VroniPlag Wiki

This Wiki is best viewed in Firefox with Adblock plus extension.

MEHR ERFAHREN

VroniPlag Wiki
Anlegerschutz bei Derivaten

von Dr. Przemyslaw Trubicki

vorherige Seite | zur Übersichtsseite | folgende Seite

Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende

[1.] Pt/Fragment 064 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2024-01-28 11:20:45 WiseWoman
BauernOpfer, Brandt 2002, Fragment, Gesichtet, Pt, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 64, Zeilen: 1-31 (kpl.)
Quelle: Brandt 2002
Seite(n): 246, Zeilen: online
Die Abschnitte sechs bis acht regeln die Abwicklung der Transaktion im Falle eines Kreditereignisses. Für den Barausgleich (Cash Settlement) enthält der siebte Abschnitt detaillierte Regelungen. Insbesondere durch die Einholung mehrerer Angebote für die Referenzverbindlichkeit nach dem Kreditereignis soll sichergestellt werden, dass der Sicherungsgeber einen Betrag bekommt, der dem aktuellen Marktwert der Referenzverbindlichkeit entspricht.147 Der neunte Abschnitt sieht einen Barausgleich vor, wenn eine Lieferung oder Übertragung der Referenzverbindlichkeit zwar vereinbart wurde, aber insbesondere aus Rechtsgründen nicht möglich ist. Zur Vereinfachung und Verbesserung der Geschäftsabwicklung ist den 1999 ISDA Credit Derivative Definitions schließlich noch ein Muster für eine Einzelgeschäftsbestätigung als Anlage beigefügt. Mit der Verwendung dieses Musters ist sichergestellt, dass die Terminologie der Bestätigung mit der von dem Rahmenvertrag übereinstimmt.


Es ergeben sich dazu keine wesentlichen Abweichungen, wenn die Vertragsgestaltung auf der Grundlage eines deutschen Rahmenvertrags für Finanztermingeschäfte erfolgt. Da gegenwärtig kein Anhang für Kreditderivate zum deutschen Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte existiert, wird durchgängig eine sog. Bridge-Lösung verwendet. Dabei werden sowohl eine englische Bestätigung nach Maßgabe der ISDA Credit Deriavtive Definitions wie auch die Definitions insgesamt verwendet. An Stelle der Bestimmungen des ISDA Master Agreement treten lediglich die des deutschen Rahmenvertrages für Finanztermingeschäfte. Unter dem rechtlichen Aspekt ist diese Vertragsgestaltung nicht ganz unproblematisch, da die ISDA Credit Derivative Definitions nach den Grundsätzen der angelsächsischen Rechtsordnung konzipiert wurden. Bei der Bridge Lösung werden sie durch Ziffer 11 Abs. 2 des deutschen Rahmenvertrages für Finanztermingeschäfte deutschem Recht unterstellt. Das daraus resultierende Risiko wird von den Marktteilnehmern jedoch als vertretbar erachtet, da die ISDA Credit Derivatives Definitions in ihren wesentlichen Bestimmungen sehr detaillierte Schilderungen von Lebenssachverhalten enthalten und bewusst auf die Verwendung unbestimmter Rechtsbegriffe verzichten. Sofern abstrakte Begriffe nicht vermieden werden können, werden diese in den einzelnen Bestimmungen [umfassend definiert, so dass selbst dort kaum Spielraum für Auslegungen bleibt.]


147 Brandt, BKR 2002, 243, 246.

Der fünfte Abschnitt stellt die Eckpunkte für die Berechnung des durch den Sicherungsnehmer zu zahlenden Festsatzes auf und die Abschnitte sechs bis acht regeln die Abwicklung der Transaktion im Falle eines Kreditereignisses. Für das Cash Settlement enthält der siebte Abschnitt detaillierte Regelungen über die vom Sicherungsnehmer zu leistende Zahlung. Insbesondere durch die Einholung mehrerer Angebote für die Referenzverbindlichkeit nach dem Kreditereignis soll sichergestellt werden, dass der Sicherungsgeber einen Betrag bekommt, der dem aktuellen Marktwert der Referenzverbindlichkeit entspricht. Abschnitt neun enthält im Wesentlichen Bestimmungen, die ein teilweises Cash Settlement vorsehen, wenn eine Lieferung oder Übertragung der Referenzverbindlichkeit zwar vereinbart, aber insbesondere aus Rechtsgründen nicht möglich ist. [...] Zur Vereinfachung der Geschäftsabwicklung ist den 1999 ISDA Credit Derivative Definitions schließlich noch ein Muster für eine Einzelgeschäftbestätigung als Anlage beigefügt. Mit der Verwendung dieses Musters ist sichergestellt, dass die Terminologie in der Bestätigung mit der in den Definitions verwendeten übereinstimmt. [...]


Erfolgt die Vertragsgestaltung auf der Grundlage eines deutschen Rahmenvertrages für Finanztermingeschäfte, so ist der Aufbau mit dem vorstehend beschriebenen nahezu identisch. Da gegenwärtig noch kein Anhang für Kreditderivate zum deutschen Rahmenvertrag existiert, wird durchgängig auf eine sog. Bridge-Lösung zurückgegriffen. Dabei werden sowohl eine englische Bestätigung nach Maßgabe der 1999 ISDA Credit Derivative Definitions wie auch die Definitions insgesamt verwendet. An Stelle der Bestimmungen des ISDA Master Agreements treten lediglich die des deutschen Rahmenvertrages für Finanztermingeschäfte. Rechtlich ist diese Vertragsgestaltung nicht ganz unproblematisch, da die 1999 ISDA Credit Derivative Definitions unter den Grundsätzen angelsächsischer Rechtsordnungen konzipiert worden sind. Bei der Bridge-Lösung werden sie durch Ziffer 11 Abs. 2 des deutschen Rahmenvertrages deutschem Recht unterstellt. Das daraus resultierende Basisrisiko wird von den Marktteilnehmern jedoch als vertretbar erachtet, da die 1999 ISDA Credit Derivative Definitions in ihren wesentlichen Bestimmungen sehr detaillierte Schilderungen von Lebenssachverhalten enthalten und bewusst auf die Verwendung unbestimmter Rechtsbegriffe verzichten. Sofern abstrakte Begriffe nicht vermieden werden können, werden diese in den einzelnen Bestimmungen umfassend definiert, so dass selbst dort kaum Spielraum für Auslegungen bleibt.

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 147 genannt. Die praktisch vollständige Übernahme einer Seite lässt sich an dieser Fußnote nicht ablesen. Die Übernahme setzt sich nach der Fußnote ungebrochen fort.

Sichter
(SleepyHollow02), Schumann



vorherige Seite | zur Übersichtsseite | folgende Seite
Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:WiseWoman, Zeitstempel: 20240128112131