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Anlegerschutz bei Derivaten

von Dr. Przemyslaw Trubicki

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[1.] Pt/Fragment 061 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2023-12-26 13:58:41 WiseWoman
BauernOpfer, Brandt 2002, Fragment, Gesichtet, Pt, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 61, Zeilen: 1-17
Quelle: Brandt 2002
Seite(n): 248, Zeilen: online
ee) Nichtanerkennung (Moratorium)140


Die Kreditereignisse „Nichtanerkennung und Moratorium“ umfassen zwei verschiedene Situationen, denen im Grunde nur gemeinsam ist, dass sie nicht schlechthin das Kreditrisiko des Referenzschuldners reflektieren und damit zunächst einen Fremdkörper in den ISDA Credit Derivative Definitions bilden. Die Nichtanerkennung ist die Zurückweisung einer Leistungspflicht durch den Referenzschuldner wegen der Unwirksamkeit der zugrunde liegenden Verpflichtung. Ein Moratorium stellt demgegenüber ein Kreditereignis dar, wenn eine staatliche Stelle Zahlungsschwierigkeiten hat.

Damit realisiert sich im ersten Fall grundsätzlich das Rechtsrisiko einer Forderung, während der zweite Fall primär ein politisches Risiko darstellt. Gleichwohl können beide Fälle auch eine Aussage über die Kreditwürdigkeiten des Referenzschuldners treffen. Ein Schuldner in Zahlungsschwierigkeiten wird eher geneigt sein, sich auf die mangelnde Rechtswirksamkeit einer Verpflichtung zu berufen. Das Kreditereignis Moratorium vermag demgegenüber Rückschlüsse auf die Kreditwürdigkeit von hoheitlichen Schuldnern zulassen und ist daher in diesem Zusammenhang eine durchaus taugliche Determinante.141


140 Brandt, BKR 2002, 243, 247.

141 Hüttemann, Kreditderivate im europäischen Kapitalmarktrecht, S. 20 ff.

5. Nichtanerkennung/Moratorium


Die Kreditereignisse Nichtanerkennung und Moratorium umfassen zwei unterschiedliche Situationen, denen im Grunde nur gemeinsam ist, dass sie nicht schlechthin das Kreditrisiko des Referenzschuldners reflektieren und damit systematisch zunächst einen Fremdkörper in den 1999 ISDA Credit Derivative Definitions bilden. Die Nichtanerkennung ist eine Zurückweisung einer Leistungspflicht durch den Referenzschuldner infolge der Unwirksamkeit der zugrunde liegenden Verpflichtung. Ein Moratorium stellt demgegenüber ein Kreditereignis dar, wenn durch eine staatliche Stelle ein Zahlungsverbot für eine Verbindlichkeit erklärt wird, die von den Vorgaben einer für die Derivate-Transaktion festgelegten Verbindlichkeitskategorie erfasst wird. Damit realisiert sich im ersten Fall grundsätzlich das einer Forderung inhärente Rechtsrisiko, während der zweite Fall primär im politischen Risiko gründet [Fn. 40: Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass das einer Forderung anhaftende politische Risiko naturgemäß nicht abschließend mit dem Begriff des Moratoriums beschrieben werden kann. Als weiteres Beispiel seien in diesem Zusammenhang etwa Konvertierungsbeschränkungen durch den Sitzstaat des Schuldners genannt.]. Gleichwohl können beide Fälle auch eine Aussage über die Kreditwürdigkeit des Referenzschuldners treffen. So wird ein in Zahlungsschwierigkeiten befindlicher Schuldner eher geneigt sein, sich auf die mangelnde Rechtswirksamkeit einer Verpflichtung zu berufen. Das Kreditereignis Moratorium vermag demgegenüber Rückschlüsse auf die Kreditwürdigkeit von hoheitlichen Schuldnern zulassen und ist daher in diesem Zusammenhang eine durchaus taugliche Determinante.

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar in Fn. 140 genannt, diese Nennung lässt jedoch weder auf den Umfang noch auf die Wörtlichkeit der Übernahme schließen.

Darüber hinaus ist die Seitenangabe 247 unzutreffend.

Sichter
(SleepyHollow02), Schumann



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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:WiseWoman, Zeitstempel: 20231226140006