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Anlegerschutz bei Derivaten

von Dr. Przemyslaw Trubicki

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[1.] Pt/Fragment 060 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2024-01-02 07:34:40 Numer0nym
Brandt 2002, Fragment, Gesichtet, Pt, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 60, Zeilen: 1-30 (kpl.)
Quelle: Brandt 2002
Seite(n): 247, Zeilen: online
[Dadurch werden Bagatelleforderungen ausgeschlossen, deren Nichtzahlung keine Aussage] über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Referenzschuldners enthält. Ferner muss die ,,Nichtzahlung“ über einen gewissen Zeitraum andauern. Dieser Zeitraum ist mindestens so bemessen, dass er einen Verzug des Referenzschuldners begründet, der den Gläubiger berechtigt, die Forderungen vollständig zur sofortigen Rückzahlung fällig zu stellen.


In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass entgegen einem vielfach anzutreffenden Irrtum nicht die Nichtzahlung auf die Referenzverbindlichkeit immer maßgeblich ist. Es genügt vielmehr, dass der Referenzschuldner, dessen Kreditrisiko abgebildet werden soll, eine beliebige, von ihm geschuldete Forderung nicht bezahlt. Die allgemein anzutreffende Festlegung einer Referenzverbindlichkeit hat aber zwei Gründe. Im Fall des Cash Settlement besteht damit eine feste Determinante für die Berechnung des vom Sicherungsnehmer zu zahlenden Betrages. Sie kann aber auch der Eingrenzung der Nichtzahlung als Kreditereignis dienen.

Dem Begriff der Verbindlichkeit geben die ISDA 1999 und 2000 eine eigene, abgestufte Bedeutung, indem sie verschiedene Kategorien definieren. Sie überlassen den Parteien, festzulegen, welche Stufe für eine bestimmte Transaktion maßgeblich sein soll. Auf der ersten Stufe stehen Zahlungsverbindlichkeiten, wobei die Beschränkung auf Referenzverbindlichkeiten die stärkste Eingrenzung darstellt. Haben sich die Parteien auf diese Stufe geeinigt, kann das Kreditereignis der Nichtzahlung nur eintreten, wenn die zuvor festgelegte Referenzverbindlichkeit vom Referenzschuldner nicht bezahlt wird. Letztlich wird es in der Bankenpraxis wesentlich von den Schutzinteressen des Sicherungsnehmers abhängen, auf welche Kategorie sich die Parteien einigen. Wenn sich der Sicherungsnehmer wegen eines vom Referenzschuldner emittierten Wertpapiers absichern will, muss er dieses jedoch nicht als Referenzverbindlichkeit wählen. In diesem Zusammenhang muss berücksichtigt werden, dass nämlich ein Zahlungsverzug des Referenzschuldners auch bei einer seiner sonstigen Verbindlichkeiten materiellen Einfluss auf den Marktwert der von ihm begebenen Wertpapiere haben kann.

In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass entgegen einem in der Praxis vielfach anzutreffenden Irrtum nicht die Nichtzahlung auf eine bestimmte Referenzverbindlichkeit maßgeblich ist. Entscheidend ist vielmehr dass der Referenzschuldner, dessen Kreditrisiko abgebildet werden soll, eine beliebige, von ihm geschuldete Forderung nicht bezahlt. Die allgemein anzutreffende Festlegung einer Referenzverbindlichkeit dient grundsätzlich nur dem Zweck, für den Fall des Cash Settlement über eine feste Determinante für die Berechnung des vom Sicherungsnehmer zu zahlenden Betrages zu verfügen. [...]


[...] Dadurch werden Bagatellforderungen ausgeschlossen, deren Nichtbezahlung keine Aussage über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Referenzschuldners zu treffen vermögen. Ferner muss die Nichtzahlung über einen gewissen Zeitraum andauern. Dieser Zeitraum ist kürzestenfalls so bemessen, dass er einen Verzug des Referenzschuldners begründet, der den Gläubiger berechtigt, die Forderung vollständig zur sofortigen Rückzahlung fällig zu stellen.

[...] Dem Begriff der Verbindlichkeit geben die 1999 ISDA Credit Derivative Definitions eine eigene, abgestufte Bedeutung, indem sie verschiedene Kategorien von Verbindlichkeiten definieren. Sie überlassen es den Benutzern, festzulegen, welche Stufe für eine bestimmte Transaktion maßgeblich sein soll. Auf der ersten Stufe stehen Verbindlichkeiten, die sich grundsätzlich auf Zahlungen erstrecken. [...] Haben sich die Parteien auf diese Stufe geeinigt, kann das Kreditereignis der Nichtzahlung nur eintreten, wenn die zuvor festgelegte Referenzverbindlichkeit vom Referenzschuldner nicht bezahlt wird. Letztlich wird es in der Praxis wesentlich von den Schutzinteressen des Sicherungsnehmers abhängen, auf welche Kategorie sich die Parteien einigen. Damit ist jedoch nicht gesagt, dass, wenn der Sicherungsnehmer sich ausschließlich wegen eines von einem Referenzschuldner emittierten Wertpapiers absichern will, es angezeigt ist, die Kategorie Referenzverbindlichkeit zu wählen. Gerade in diesem Zusammenhang muss berücksichtigt werden, dass etwa ein Zahlungsverzug des Referenzschuldners auch bei einer seiner sonstigen Verbindlichkeiten materiellen Einfluss auf den Marktwert der von ihm begebenen Wertpapiere haben kann.

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar - sehr entfernt: auf der Vorseite auf halber Höhe sowie auf der Folgeseite als Beleg für die Überschrift des nächsten Unterkapitels - genannt. Dass die vollständige Seite 60 weitgehend wörtlich der Quelle entnommen ist, erschließt sich daraus nicht. Daher Kategorisierung unter "Verschleierung" statt "Bauernopfer".

Sichter
(SleepyHollow02), Schumann



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