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Anlegerschutz bei Derivaten

von Dr. Przemyslaw Trubicki

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[1.] Pt/Fragment 028 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2024-05-01 20:57:49 Numer0nym
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Pt, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Von Randow 1996

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 28, Zeilen: 1-17
Quelle: von Randow 1996
Seite(n): 1, 2, Zeilen: 1: 29 ff.; 2: 7 ff.
Darüber hinaus können sie die Derivatinhaber und Kreditgeber schädigen, Arbeitsplätze vernichten sowie Zulieferern und Abnehmern erhebliche Verluste zufügen. Das geschieht also nicht immer nur, wenn ein Unternehmensvorstand unverantwortlich spekuliert. Die Bankenpraxis und die wirtschaftliche Erfahrung lehren vielmehr, dass ,,Beinahekatastrophen“ auch das Resultat unkontrollierter oder unzureichend konzipierter Absicherungsstrategien mit Derivaten sein können.55 Angesichts des gewaltigen, weltumspannenden Transaktionsvolumens erscheint die Anzahl der Derivativkrisen noch relativ gering. Außerdem lassen sich manche Fehlentscheidungen mit der Unerfahrenheit von Verantwortlichen erklären. Ihr Wissen und ihre Erfahrungswerte werden nicht durch einen praktischen bzw. standardisierten Handel mit Futures, Optionen und anderen Instrumenten entbehrlich. Wer sich nicht dem Verdacht aussetzen will, in jedem aktuellen Marktphänomen ein reines Rechtsproblem zu erblicken, wird zunächst den Nachweis erbringen müssen, dass Derivatgeschäfte mehr sind als wirtschaftliche und unternehmenstechnische Sicherheiten, die Betriebswirten und ihren Beratungsgesellschaften überlassen bleiben könnten.56

55 Randow, Derivate und Corporate Governance, S. 1.

56 Randow, Derivate und Corporate Governance, S. 2.

Denn fehlgehende Transaktionen in Derivaten können selbst renommierte und höchst solvente Unternehmen an den Rand des Ruins treiben, Anteilseigner und Kreditgeber schädigen, Arbeitsplätze vernichten und Zulieferern wie Abnehmern erhebliche Verluste zufügen9 - und nicht immer nur, wenn Unternehmensverwaltungen unverantwortlich spekulieren. Die Erfahrung lehrt vielmehr, daß "Beinahekatastrophen" auch das Resultat unkontrollierter oder unzureichend konzipierter Absicherungsstrategien unter Einsatz von Derivaten und von Fehlern bei ihrer Überwachung sein können.


[Seite 2]

Angesichts des gewaltigen, weltumspannenden Transaktionsvolumens16 erscheint deshalb die Anzahl derivatinduzierter Unternehmenskrisen sogar noch vergleichsweise gering. Im übrigen wird sich manche unternehmerische Fehlentscheidung bei Derivatgeschäften hinreichend mit schlichten Anpassungsschwierigkeiten erklären lassen, mit der Unerfahrenheit von Verantwortlichen etwa, die ihre Wissens- und Erfahrungswerte zu einer Zeit sammelten, da ein zentralisierter bzw. standardisierter Handel mit Futures, Optionen und verwandten Instrumenten unbekannt war,17 oder mit der Überschätzung neu erworbenen theoretischen, aber praktisch nicht bewährten Wissens im Umgang mit ihnen. [...]

Wer sich nicht dem Verdacht aussetzen will, in jedem aktuellen Marktphänomen ein genuines Rechtsproblem zu erblicken, wird zunächst den Nachweis erbringen müssen, daß Derivatgeschäfte mehr sind als nur eine Frage der "unternehmenstechnischen Sicherheit", die getrost Betriebswirten und ihren Beratungsfirmen überlassen bleiben könnte.


9 Vgl. dazu etwa MOODY'S Special Comment: Credit Implications for Firms That Use Derivatives (November 1991), 2 ff.;

16 Vgl. LOCKE: OTC volumes on the rise; RISK 9 (Januar 1996), 8

17 Tröstlich Merton MILLER: Do we really need more regulation of financial derivatives?; Pacific- Basin Finance Journal 3 (1995), 147 (157 f.): "Many present- day executives, wrestling with the problems, and the opportunities posed by the derivatives revolution may envy their younger soon- to -be successors with all their glib talk of megabytes and modems and knock- out options. But the current group of business leaders shouldn’t really be envious. Today’s young turks, they should eventually remember, will eventually become old fogies themselves. The next generation of business leaders will have to face technical revolutions of their own (...) That’s the way it has always been in vibrant and progressive societies. And who really would want it any different?"

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar in beiden Fn. genannt, doch auch dann, wenn die Übernahme wie hier kondensiert erfolgt, wäre ein Hinweis auf die wörtlich übernommenen Passagen möglich gewesen.

Sichter
(SleepyHollow02) WiseWoman



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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:WiseWoman, Zeitstempel: 20240128115636