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Ach Leute ... ich weiß, es ist furchtbar off-topic, aber ich bin ja SO sauer. Da habe ich mir doch eine Diss aus dem I'net herausgefischt. Nur mal zu schauen, ob ich alter Esel denn noch imstande bin, ein Plagiat zu entlarven.

Soweit komme ich erst gar nicht. Ich habe gerade das "Literaturverzeichnis" vor mir und krieg' schon zu viel. Da hat er vielleicht eine Latte von Quellen aufgeführt, absurd lang ... und nicht eine einzige ist korrekt. Ich meine, glaubt es oder nicht - nicht bei einer einzigen ist der Verlag aufgeführt! Nicht bei einer einzigen!! Herbert Mustermann, Bremen 1995, S. 13, fertig. Und bei den Internetquellen fehlt das Datum des Abrufs. Bei allen, klar.

Wie kann das sein? Als Gutachter schaue ich doch immer zuerst danach, ob die beiden Meßlatten für eine Diss erreicht wurden:

  1. Der Kandidat ist in der Lage, selbstständig wissenschaftlich zu arbeiten.
  2. Der Inhalt ist neuartig.

Zu (2) habe ich aufgrund der Fachfremdheit keine Meinung. Aber wie bitteschön hat denn jemand eine leise Ahnung vom wissenschaftlichen Arbeiten, wenn er kein Literaturverzeichnis zu Stande bringt ??

Man müsste ihm das um die Ohren hauen, und den damaligen Gutachtern gleich mit!

So. Sorry, aber jetzt geht es mir besser.

Ich fang' dann mal an. Puuh .... :)

Hansgert Ruppert 14:28, 2. Mai 2011 (UTC)


Nun mal langsam mit de jungen Pferde.

den Punkt 2. Der Inhalt ist neuartig , kann ich überhaupt nicht zustimmen.

Denn man kann das Rad nicht neu erfinden.

Man kann und darf eine Dissertatin auch rein aus Zitaten zusammenschreiben.

Das man bei InetQuellen das Datum hinzufügen muss, das ist mir echt neu, wo steht diese Vorschrift?

Na ja kann auch sein es ist bei mir schn zulange her. 80.133.64.231 15:18, 2. Mai 2011 (UTC)

Gerne nochmal ganz langsam aufgeschrieben:
1) Eine Dissertation kann nicht nur aus Zitaten allein bestehen. Irgendwo muss auch etwas Eigenes enthalten sein. Soll sich allein aus der Anordnung und der Länge der zitierten Passagen ein geheimer Code ableiten lassen, der eine Erkenntnis beinhaltet? Eine reine Collage ist als Kunstwerk oft eine nette Sache, aber in einer Dissertation sollte zusätzlich zur Anordnung fremder Gedanken auch ein weiterer eigener Teil ohne große Mühe erkennbar sein.
2) Der eigene Teil muss in einer Dissertation, die als Grundlage zur Promotion eingereicht wird, wenigstens in Teilen auch neuartig sein. Sonst wäre die Dissertation als Beitrag zum Bestehenden wertlos.
3) Dass Internetquellen flüchtig sind und gem. aller mir bekannten Zitierregeln mit Datum und ggf. Uhrzeit des Abrufs angegeben zu werden haben, können Sie sicher durch Aufschlagen eines beliebigen (!) Dokuments zum Wissenschaftlichen Schreiben selbst nachvollziehen. Als Einstieg empfehle ich hier zu schauen: http://tinyurl.com/6hea2fq
Martin Klicken 16:20, 2. Mai 2011 (UTC)
"...nicht bei einer einzigen ist der Verlag aufgeführt"
Lieber Hansgert Ruppert,
ich weiß zwar, dass es immer noch keine einheitlichen Zitierregeln gibt, aber dass im Literaturverzeichnis der Verlag angeführt würde, wäre mit ganz neu.
Bei Monografien, Sammelbänden oder Zeitschriften kenne ich das in etwa so:
- Klicken, Martin: Der kleine Plagiatorius - Handbuch für den eiligen Studenten, Bayreuth (2013).
- Klicken, Martin: Zur rationellen Arbeitsweise bei wissenschaftlichen Abhandlungen, in: Seehofer, Horst (Hrsg.): Festschrift zum 10. Regierungsjubiläum des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. hc Karl-Theodor zu Guttenberg (München 2024), S. 43ff.
- Klicken, Martin: Die Vermeidung "handwerklicher Fehler" beim Copy&Paste, in: Studieren leicht gemacht Bd.1/2011 (2012), S. 6-28.
 ;-) Thomas
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Es geht doch nicht darum, was eine Dissertation beinhalten "sollte", sondern darum, das es möglich ist eine Dissertation zu 90% oder drüber aus Zitaten zu schreiben. Die Note, die dabei herrauskommt, ist doch vollkommen egal, solange es "genügend" ist. Und in "z.B. den Unwichtigen Wissenschaften" wie Geisteswissenschaften, sollte es kein Problem sein etwas hinain oder dazwischen zu projizieren.
Aber allein eine solche Zitatenzusammenstellung zu einem neuen stimmigen Ganzen zusammenzufügen ist nicht ohne. 80.133.64.231 18:21, 2. Mai 2011 (UTC)

Ist schon recht, ich hatte mich in meinem Brass sicher etwas verquast ausgedrückt. Sorry. :)
@Martin: "Muss neuartig sein" ist eine verkürzende Darstellung meinerseits. Gemeint ist, dass Du im Laufe Deiner Promotion gehalten bist, die Wissenschaft voranzubringen. Ausdrücklich nicht schreiben sollst Du über etwas, was schon hinreichend beackert wurde. Oder was -gefährliches Wort- trivial ist. (So war beispielsweise die Diss von Herrn Westerwelle, in der er ja zum Forschungsergebnis gelangte, dass in der Jugendorganisation der FDP vorwiegend junge Leute organisiert sind, durchaus vermeidbar.)
@80.133.64.231 (lustiger Name!): Es geht nicht immer nur um den Inhalt, sondern es werden an eine Diss auch formale Anforderungen gestellt. So braucht es z.B. immer ein Deckblatt, ein Inhaltsverzeichnis u. v. a. m. Bei Zitaten ist es unabdingbar notwendig, dass diese nachvollziehbar sein müssen. Der Verlag alleine tut's dazu natürlich nicht, klar .. aber schau mal, "Peter Müller, Bremen 1995" ... nein, das reicht echt nicht. Für mich ne echte Frechheit, so etwas durchgehen zu lassen.
Hansgert Ruppert 20:25, 2. Mai 2011 (UTC)
Vielleicht sollten Sie versuchen zu akzeptieren, dass Ihre Meinung bezüglich der Bedeutung und Bewertung von Formalien nicht allgemeingültig ist. Sie werden es kaum glauben, es gibt auch Fächer, die ohne Seitenzahlen zitieren. In mancher Naturwissenschaft wird bei praktischen Arbeiten das Literaturverzeichnis nicht einmal bewertet, oder fließt nur sehr gering in die Berwertung ein und es gibt auch keinen Notenabzug, wenn es nicht einheitlich ist, bzw. Fehler enthalten sind. Es soll andererseits in Geistes-Gesellschaftswissenschaften vorkommen, dass der Zeilenabstand mit dem Lineal nachgemessen wird, oder schon ein fehlender Punkt am Quellenende ein Formfehler ist. Bewertungsgrundlagen unterscheiden sich von Fach zu Fach und Uni zu Uni, meistens sind die Formvorgaben (und auch die "Strafen" bei Verstößen) in Geistes- und Gesellschaftswissenschaften sehr strikt, dagegen kenne ich Mathematisch/Naturwissenschaftliche Fakultäten, die noch nicht einmal Formvorgaben in Form eines offiziellen Leitfadens haben, und dementsprechend die Form auch nur gering bis gar nicht bewerten. Bei Dissertionen kann man sicherlich die formalen Kriterien stärker berwerten, da diese Arbeiten üblicherweise keinen Zeitdruck haben. Meiner Meinung nach wird eine inhaltlich hervorragende Arbeit nicht unwissenschaftlich, oder mangelhaft, nur weil z. B. das Literaturverzeichnis formale Fehler enthält, so lange die Literatur auffindbar ist. Sie sehen dass vermutlich anders. So gibt es verschiedene Meinungen, die auf ihre Art ihre Berechtigungen haben. Man kann auf diese Art auch anfangen in Zweifel zu ziehen, wieso es eigentlich vorkommt, dass eine Klausur mit 50 % der Punktzahl eine 4,0 ist, also eine ausreichende Leistung, immerhin wird ja wohl die Hälfte des Stoffs vom Prüfling nicht beherrscht. 91.51.21.162 20:58, 26. Jul. 2013 (UTC)
Nur eine kleine Randbemerkung zum Thema Verlagsangabe im Literaturverzeichnis: Ich habe selbst erst kürzlich gelernt, dass dies in den Sozialwissenschaften wohl üblich ist, in der Rechtswissenschaft zB. überhaupt nicht. Hier wird zunehmend auch auf die Angabe des Erscheinungsortes verzichtet, weil bei richtiger Nennung von Autorenname, Titel des Werkes (der darf allerdings tatsächlich nicht fehlen !) und Erscheinungsjahr eigentlich fast alles ohne weiteres recherchierbar ist und damit eben der Zweck der Nachvollziehbarkeit der Quellenangabe erfüllt wird. Dies mag bei der Frage, welche Werkausgabe eines Klassikers zitiert wird, im Einzelfall anders sein, aber selbst diese haben fast immer einen unterscheidbaren Gesamttitel oder erscheinen zumindest nicht unter gleichem Namen bei verschiedenen Verlagen im gleichen Jahr (zudem gibt es ja häufig eine eingebürgerte Ausgabenunabhängige Zitierweise bestimmter Autoren). Kurz gesagt: Dass die Verlagsangabe fehlt wäre beispielsweise in einer juristischen Diss. kein Grund für Kritik, sondern läge fachkulturell genau im Erwartungshorizont der Leser und Prüfer. Strafjurist (Diskussion) 21:41, 26. Jul. 2013 (UTC)
In der Physik werden Paper häufig nur mit Autor, Journal-Abkürzung, Journal-Nummer und Jahreszahl angegeben. Da kommt noch nicht einmal ein Titel vor. 91.51.21.162 22:26, 26. Jul. 2013 (UTC)
Ja, Physiker sind bei der Angabe von bibl. Angaben sehr sparsam und pragmatisch: Das "Hintergrundrauschen" (Titel und Seitenangaben) kann man vernachlässigen. Anyway, bisweilen findet man an deutschen Universitäten auch den Hinweis auf die strenge DIN 1505, hier wohl DIN 1505-3:1995-12. Allgemein: Wer über den Tellerrand hinausschauen kann, weiß, dass es verschiedene Stile/Formate des Zitierens und Bibliografierens gibt. Hier nun die Frage an Benutzer Hansgert Ruppert: Welche "Baustelle"? Aus welcher "Suppenküche" stammt die zu untersuchende Diss? MINT? Maschbau? Standardisierte Psycho-Diss? Geisteswissenschaftliche Arbeit mit Bibliografie-Fetischismus? Dieses Detail wäre in der Diskussion durchaus relevant und sogar "kriegsentscheidend". ;-) --Klgn (Diskussion) 06:33, 27. Jul. 2013 (UTC)
Wer ist eigentlich auf diese unsägliche Idee gekommen, auf meinen Wutausbruch :) vom Mai 2011 im Juli 2013 zu reagieren?? Na egal, die NSA wird's wissen, und eines Tages wird's öffentlich, wie wir alle hier. Egal. Für eine Diss ist es wichtig, gut in der Literatur "verankert" zu sein. Dazu müssen -unter anderem- die Literaturangaben nachprüfbar sein. Sprich, ich muss dahergehen können und mir diese Literatur beschaffen, und das Zitat nachprüfen können. Um das zu ermöglichen, wurden gewisse Standards entwickelt. Nicht von mir, ich verteidige diese Standards nicht, aber ich akzeptiere sie als "Spielregel". Gleich mehrere dieser Spielregeln wurden gebrochen, und das hat mich gestört, ok?  Von "Baustellen" oder "Suppenküchen" habe ich nicht gesprochen. Bis in zwei Jahren! LG, HgR (Diskussion) 16:46, 28. Jul. 2013 (UTC)
Einen allgemeingültigen verbindlichen Standard für erforderliche Literaturangaben gibt es nicht, wie man ja an den letzten Antworten sehen kann, jedes Fach macht es anders, also gibt es hier kein "richtig oder falsch", solange man die Literatur auffinden kann. Wenn das ohne Verlagsangaben, Titel, oder Seitenzahlen funktioniert, ist doch alles bestens. Man kann nicht als Fachfremder daherkommen und z. B. über die Qualität einer Arbeit urteilen, weil im anderen Fach nicht die gleichen Spielregeln gelten, wie im eigenen Fach. Außerdem wird die Bedeutung der Form zwischen Fakultäten und Fächern vollkommen unterschiedlich gewertet, in der Physik wird z. B. an einigen Fakultäten Literaturrecherche und Form des Literaturverzeichnis gering bis gar nicht bewertet. In einem anderen Fach schaut man sich vielleicht bei Formverstößen den Inhalt noch nicht einmal mehr an... Es lebe die Vielfalt. 91.51.29.220 17:45, 28. Jul. 2013 (UTC)
Ich habe in technischen Arbeiten schon gesehen, dass Bücher nur mit Autoren, Titel, Verlag, Jahr angegeben werden, also ohne Ort. Es ist kein Problem das Buch sofort zu finden und geht sogar schneller, als wenn man erst bei fehlender Verlagsangaben nur den Ort als Anhaltspunkt hat. Woher kommt es eigentlich, dass es in einigen Veröffentlichungen z. B. heißt, das der Ort angegeben soll, während der Verlag optional sei. Meiner Meinung nach sollte der Verlag verpflichtend sein, den Ort finde ich zumindest bei MINT Literatur recht überflüssig, mit dem Verlag findet man ein Buch sofort und eindeutig. Abgesehen davon, wenn der Lehrstuhl, bzw. die Fakultät keine Vorgaben hat, dann kann man sich an älteren Arbeiten orientieren, oder seinen eigenen Stil für Bibliographiedaten finde, der halt gewährleisten muss, das man die Literatur auffinden kann, wie auch immer. 77.9.204.167 20:28, 4. Aug. 2013 (UTC)