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Forum: Übersicht > Anmerkungen zu den Themen Text-Recycling, fachliches Grundwissen und Paraphrase
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Sehr geehrte Damen und Herren,


da ich in letzter Zeit immer mehr den Eindruck bekommen habe, dass an einigen Stellen etwas Bedarf an Aufklärung vorliegt, habe ich mich entschlossen, diesen Beitrag zu verfassen. Ich bitte die Administratoren, diesen Beitrag im Forum zur allgemeinen Diskussion freizugeben.

Damit Sie den Hintergrund meiner anonymen Person etwas besser einschätzen können: Ich bin promovierter Wissenschaftler aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Technik, Naturwissenschaften). Ich lade hiermit aber auch Vertreter aller anderen Wissenschaften zur kritischen Diskussion ein! Denn je nach Fachbereich mögen ja verschiedene Sichtweisen oder Standards gelten.


Nun aber zur Sache:


1. Zum Thema Text-Recycling:

Fast alle mir bekannten promovierten MINT-Kollegen haben bereits vor Fertigstellung der eigentlichen Dissertation Auszüge und / oder Ergebnisse daraus vorab in Fachzeitschrifte mit Peer-Review Verfahren veröffentlicht. Das ist legitim, ja sogar erwünscht. Ich zitiere aus einer Promotionsordnung der Uni Düsseldorf:

"[...] Vorveröffentlichungen wichtiger Dissertationsergebnisse sind erwünscht, erfordern allerdings die Zustimmung der Betreuerin oder des Betreuers. [...]"
[ http://www.math-nat-fak.uni-duesseldorf.de/Ordnungen ]

Ähnliche Paragraphen finden sich auch in anderen mir bekannten Promotionsordnungen. Bei der Uni Konstanz z.B. findet man in der allgemeinen Promotionsordnung:

"Die Fachspezifischen Regelungen können festlegen, dass mehrere zusammenhängende Arbeiten des Bewerbers als Dissertation eingereicht werden können, wenn die Anforderungen der Absätze 1 und 2 erfüllt sind und im Fall gemeinsamer Forschungsarbeit die individuelle Leistung des Bewerbers deutlich abgrenzbar und bewertbar ist."
[ http://www.studium.uni-konstanz.de/studienangebot/promotion/ ]

Meine Schlussfolgerung: Sie sollten sich davor hüten, recycelten Text aus eigenen Publikationen als Plagiat einzustufen. Sofern die entsprechende Promotionsordnung nicht explizit eine vorab-Publikation verbietet, ist es erlaubt, wenn die Gutachter dem zustimmen. In MINT-Fächern gilt es regelrecht als Qualitätssiegel, wenn man liest: "Teile dieser Arbeit / dieses Abschnittes etc. findet man veröffentlicht in [liste der peer-reviewed papers]" Der Betreuer der Dissertation ist so gut wie immer Co-Autor der entsprechenden Publikationen, der auch weiß, welchen Beitrag eventuelle weitere Co-Autoren geleistet haben. Eine Täuschung ist in so einem Fall also unwahrscheinlich.

Obiges Vorgehen ist so weit verbreitet, dass die entsprechenden Fachverlage in den Copyright-Richtlinien sogar annähernd einheitliche Klauseln für die Wiederverwertung von publiziertem Material in Akademischen Arbeiten haben, hier nur ein Beispiel eines großen Verlages:

"As a journal author, you retain rights for a large number of author uses [...]. These include:
o [...];
o the right to include the journal article, in full or in part, in a thesis or dissertation;
o [...]."
[ http://www.elsevier.com/wps/find/authorsview.authors/copyright ]


2. Zum Thema fachliches Grundwissen.

Mir ist aufgefallen, dass Sie so ziemlich jeden Satz, der vor der untersuchten Dissertation bereits irgendwo ähnlich publiziert wurde, als Plagiat einstufen, unabhängig vom Inhalt. Dabei gilt z. B. nach Professor Dr. Althaus [ http://w-wie-wissenschaft-wildau.blogspot.com/2011/05/allgemeinwissen-in-der-arbeit-zitieren.html ]:

"Allgemeinwissen muss man nicht zitieren. [...]. In einer Arbeit wie oben dürfen auch Fachinhalte vorausgesetzt werden. [...] Zum Beispiel: 'Die Kopenhagener Kriterien bestimmen seit 1993 die Bedingungen für eine Vollmitgliedschaft in der EU.' Das steht so oder ähnlich in -zig Quellen. Sie [die Studentin] darf es dennoch ohne Beleg so schreiben."

In meinem MINT-Umfeld gilt (auch nach dem Fall zu Guttenberg) sogar die Richtlinie, dass sogenanntes Lehrbuchwissen, also Wissen, das man bis zum Diplom / Master Abschluss gelernt hat oder als Teil eines Diplom / Master Studienganges angesehen werden kann, ohne Zitat / Fußnote in Dissertationen benutzt werden darf. Man hat ja (hoffentlich) studiert, damit man dieses Wissen in sich trägt und auch anwenden kann! Eine MINT-Dissertation ist eben ein Text von einem MINT-Experten an MINT-Experten. Leute, die kein MINT-Fach studiert haben, können wahrscheinlich sowieso nichts mit einer hoch-mathematischen Abhandlung anfangen. Und diejenigen Leute, die eine MINT-Dissertation lesen und verstehen können, wissen auch klar was als Grundlagenwissen angesehen werden darf.

Wenn ich z. B. aus dem Gedächtnis schreibe (ich habe wirklich nirgends gespickt, zum ersten Mal lernte ich so etwas im 2. Semester)

"Eine reelle Punktmenge M heißt konvex, denn die Verbindungsstrecke zweier Elemente von M stets eine Teilmenge von M ist"

Sie werden diese mathematische Definition in Lehrbüchern oder mathematischen Handbüchern finden, und die Formulierungen werde sich nicht sehr stark voneinander unterscheiden. Geben Sie einfach einmal "konvexe Menge" bei Google ein und überzeugen Sie sich selbst davon. Dennoch wäre obiger Satz nicht als Plagiat zu werten in einer MINT-Dissertation, auch wenn einem mathematisch weniger gebildeter Menschen dies so erscheinen mag, weil es sehr speziell klingt. Sie werden zudem den obigen Satz nicht unendlich oft paraphrasieren können, ohne a) die mathematische Bedeutung zu ändern oder b) den Satz kryptisch / unschön erscheinen zu lassen.

Zum Thema Lehrbuchwissen siehe auch:
[ http://www.meduniwien.ac.at/studienabteilung/content/studium-lehre/studierendenberatung/plagiatpruefung-an-der-meduni-wien/was-ist-ein-zitat/wozu-zitieren/ ]


3. Zum Thema Paraphrase.

Es ist auffallend, dass Sie sogar Paraphrasen oft schon als Plagiat werten. Die Wiedergabe von reinen Fakten zum Beispiel ist Urheberrechtlich nicht geschützt, siehe

[ http://plagiat.htw-berlin.de/faq/plagiate-in-der-hochschule/ ].

Wenn dem so wäre, dann könnten ja nicht zwei unterschiedliche Zeitungen über die Selbe Tatsache berichten. Das wäre eine fatal!

Schließlich lade ich Sie herzlich dazu ein, sich das Interview mit dem Plagiats-Experten Dr. Stefan Weber anzuhören. Er gibt klare Empfehlungen auch für die Ausrichtung Ihres Wikis.

[ http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1516543/ ]


Mit den obigen Beispielen möchte ich Sie davor warnen, aufgrund fehlender Informationen über die gängige wissenschaftliche Praxis einzelner Fachgebiete zu ungerechtfertigten Anschuldigungen zu kommen. Denn selbst bei einem "Freispruch" seitens der Uni kann der Ruf der beschuldigten Person stark leiden. Ich finde, dies gilt es zu verhindern, zudem auch Sie nur dadurch langfristig Ihre Glaubwürdigkeit bewahren können. Ich wage es zudem zu behaupten, dass kein Mensch alleine in der Lage ist in allen Fachgebieten Plagiate beurteilen zu können. Ich kann auch nicht beurteilen, was z.B. in der Psychologie als Allgemeinwissen angenommen werden darf! Dr. Stefan Weber empfiehlt Ihnen im oben verlinktem Interview, sich auf die "Glasklaren Fälle" a la Guttenberg zu konzentrieren.


Mit freundlichen Grüßen
MINT-Forscher

93.209.149.17 21:55, 2. Aug. 2011 (UTC)

Sehr geehrter MINT-Forscher,
Erst mal vielen Dank fuer diesen durchdachten Beitrag. Sie sprechen da in der Tat Punke an, die den Grenzbereich zwischen "Plagiat" und "gerade-noch-nicht-Plagiat" definieren, und die hier immer wieder diskutiert werden sollten. Lassen Sie mich kurz Punkt fuer Punkt meine Sichtweise darstellen:
1. Eigenplagiate / Text-Recycling:
Meine Erfahrung als MINT Forscher deckt sich mit ihrer -- die Beispiele die sie schildern sind natuerlich in keiner Weise verwerflich, und nicht als Plagiate zu werten (insbesondere, wenn das Recycling ja transparent dokumentiert ist). Auch auf anderen Forschungsgebieten, wo moeglicherweise Textrecycling negativer gesehen wird, werden Eigenplagiate niemals als so eindeutig verwerflich angesehen wie Fremdplagiate. Aus diesem Grund klassifiziert VroniPlag Eigenplagiate auch nicht als Plagiate (die Dissertation von Jg ist z.B voll con ungekennzeichneten Uebernahmen aus eigenen Veroeffentlichungen -- aber diese sind nicht in Fragmenten dokumentiert). Der Fall Sh ist hier der einzige Grenzfall. Dort wurden woertliche Uebernahmen aus einer Publikation ohne genannten Autor als Plagiat klassifiziert, obwohl sich Sh in seinem im Internet geposteten Veroeffentlichungsverzeichnis als Co-Autor outet (nicht aber in der Dissertation -- dort im Literaturverzeichnis ist die Quelle auch ohne Autor aufgefuehrt). Dieser Sachverhalt wurde in jedem Fragment klar dokumentiert, so dass keine Missverstaendnisse aufkommen sollten. Abgesehen von dieser Uebernahme finden sich noch seitenweise andere (Fremd-)Plagiate in der Dissertation von Sh.


2. Fachliches Grundwissen:
Auch hier bin ich auf ihrer Seite, ihr Beispiel ist natuerlich auch bei woertlicher Uebernahme kein Plagiat und wuerde hier auch nicht als eines bewertet. Die Frage ist, wuerden das die Wiki-Autoren auch so entscheiden koennen, da sie ja nicht in allen Faechern Spezialisten sein koennen? Ja, da ist was dran, da mag es Grenzfaelle geben, die trotz oft langwieriger Diskussionen im Wiki noch falsch als Plagiate eingeordnet werden. Trotzdem glaube ich, dass Sie eine ueberraschend kleine Fehlerquote in den dokumentierten Fragmenten sehen werden, aus verschiedenen Gruenden:
  • es muessen sich immer mindestens 2 Leute ein Fragment anschauen bevor es "geprueft" ist und im Wiki haben wir User aus den verschiedensten Fachgebieten (auch wenn man eine gewisse MINT-Tendenz ausmachen kann)
  • bisher sind nur Dissertationen in nicht-MINT Faechern untersucht worden, insbesondere Politikwissenschaft und verwandte Faecher: dort, wage ich zu behaupten, tritt der Effekt eines "woertlich fixierten Grundwissens" wie in dem Fall den sie oben beschreiben, viel weniger auf -- und sogar in der Mathematik beschraenkt sich solches Grundwissen meist wohl auf kuerzere Textabschnitte: die meisten hier dokumentierten Textabschnitte sind allerdings meist laenger. Dass die Wiedergabe von Gesetzestexten und Gerichtsurteilen ohne Zitierung in den Rechtswissenschaften akzeptabel sein kann, hat sich auch schon herumgesprochen.
  • es besteht bei vielen Usern eine gewisse Tendenz, Plagiate nur sehr konservativ als solche zu kennzeichnen. Da mag es Ausnahmen geben, ich zumindest rechne mich zu dieser Fraktion: der Einzeiler, der nachweislich woertlich aus Wikipedia stammt, ist den meisten hier kein Fragment wert.


3. Thema Paraphrase:
Ich glaube nicht, dass reine Paraphrasen hier als Plagiatsfragmente klassifiziert werden, wenn der Urheber des Gedankens genannt ist. Was jedoch haeufiger passiert ist, dass innerhalb einer Paraphrase, eine laengere, eindeutig woertliche Uebernahme zu finden ist, die dann eben nicht mehr als Paraphrase zu werten ist. Natuerlich ist hier der Uebergang fliessend, und es ist schwer eine Grenze zu ziehen. In diesem Spannungsfeld wuerde ich mir auch oft generell ein noch konservatives Vorgehen im Wiki wuenschen, aber im Endeffekt muss man da jedes Fragment einzeln diskutieren, und oft ist bei genauerem Hinsehen das Plagiat dann eben doch eindeutig.
Sie haben die beiden exponiertesten Plagiats-Experten in Deutschland jeweils per Link zu Wort kommen lassen. Zu diesen Links meine Meinung: Frau Weber-Wulff's FAQ finde ich sehr erhellend und hilfreich -- ich sehe ihre Antworten aber nicht im Gegensatz zu der Arbeit im Wiki -- immerhin ist Frau Weber-Wulff dort auch als WiseWoman aktiv. Auch kann ich Herrn Weber verstehen, dass er sich auf die extremen Faelle a la Guttenberg zurueckziehen will, aber ich sehe das eher als seine Privatmeinung, die einerseits sehr neu, und andererseits im Zusammenhang mit dem "Woeller Outing " zu sehen ist und seiner zunaechst sehr forschen Art, mit dem Fall Woeller umzugehen. Damit allerdings hatte Vroniplag nichts zu tun.
Abschliessend noch einmal Danke fuer ihren Denkanstoss, ich wuerde mich freuen, wenn wir sie hier fuer die Detailarbeit gewinnen koennten, gerne auch als kritische und vorsichtige Stimme.
Mit besten Gruessen Hindemith 23:45, 2. Aug. 2011 (UTC)
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Sehr geehrter MINT-Forscher,
zumindest der erste von Ihnen aufgeführte Punkt wurde bereits an anderer Stelle im Forum ausführlich diskutiert, siehe http://de.vroniplag.wikia.com/index.php?title=Forum:Ist_die_Verwendung_eigener_Textbausteine_ein_Plagiat%3F&t=20110731064440 . Wie aus meinem dortigen Beitrag zu entnehmen ist, sind wir da auf gleicher Linie. MfG, Dr. Simplicius 05:21, 3. Aug. 2011 (UTC)
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Lieber Hindemith,
nachdem Du mich in Deiner Antwort erwähnst ("Privatmeinung", "forsche Art"), erlaube ich mir auch eine persönliche Antwort, zumal ich hier schon auch eine gewisse Kritik rauslese.
Die "forsche Art" habe ich von Anfang an mit VroniPlag in meinem Blog praktiziert, aber immer als unterstützender Gestus, weil ich das Projekt toll fand und finde. Ich wurde mehr als einmal in meinem Blog sachte zurückgepfiffen, etwa Fall "Sl", um es in Eurer Terminologie zu schreiben, und habe dann immer auch darauf Rücksicht genommen. Bei Haller und Wöller war das zugegebenermaßen anders, weil ich selbst seit einigen Jahren in Dresden lebe und Fälle mit Regionalbezug als besonders interessant empfand. Diese Berücksichtigung der Nachrichtenfaktoren, wenn man so will, mag man kritisieren, und ich habe diese Kritik auch angenommen, indem ich etwa die Anspielung auf Wöller in meinem Blog (die wohl Stein des Anstoßes für die lokalen Medien war) wieder gestrichen habe.
Soweit dazu, nun noch zwei Punkte zur eigentlichen Diskussion:
1) Ich denke, die Kritik des MINT-Forschers trifft auf die Fälle von VroniPlag nicht zu, da hier bislang keine naturwissenschaftlichen Dissertationen analysiert wurden. Falls dies passieren sollte, werden hier wohl auch andere Kriterien angewandt werden - etwa, was die Frage des "Autoplagiats" anbelangt. Aber ich denke, das weiß hier jeder, und der Unterschied zwischen der Wiederveröffentlichung eines eigenen Papers in einer Diss und dem geringfügigen Umschreiben älterer Werke mit uneindeutiger Autorschaft wurde ja auch erwähnt. Allerdings möchte ich anmerken - und das mag jetzt wieder eine "Privatmeinung" sein -, dass ich die Integration von Papers mit mehreren Autoren in die Diss eines einzelnen, wenn es denn gehäuft auftritt, auch als problematisch empfinde (das sehen Naturwissenschaftler mitunter nicht so).
2) Was mich im Moment mehr bewegt, ist (nicht erst seit Haller und Wöller, sondern schon seit Althusmann) die Frage, inwieweit wir es hier (das ist nur eine Hypothese!) vielleicht ernstlich mit Menschen zu tun haben, die den "Auftrag" zum Umschreiben bzw. Plagiieren von ihren Universitäten bekommen haben, weil die Arbeitstechniken falsch vermittelt wurden. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, dass überhaupt keine Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten erfolgte (sie also irregeleitete Autodidakten sind). Dass das bei Haller extrem verwundert, steht auf einem anderen Blatt...
Als ich das Problem identifizierte, im Sommer 2002, entdeckte ich einen Lehrbehelf, der zum Plagiat anleitete. Da waren nicht nur die Studenten die "Dummen" oder "Bösen", sondern es wurde ihnen von einem gänzlich inkompetenten LV-Leiter alles falsch beigebracht. Die Methode "Schreibe 1-2 Wörter um, dann darfst Du mit 'Vgl.' belegen" wurde den Studenten als 'besonders wissenschaftliche', weil eben fast am Text kleben bleibende Arbeitsmethode verkauft. Ich frage mich im Moment, ob das ausreichend berücksichtigt wird, freilich vor allem in der medialen Darstellung. Und da ist für mich etwas "gekippt". Klar ist, dass bei den Fällen Guttenberg und Koch-Mehrin auch diese zu Recht im Rampenlicht standen. Bei den letzten Fällen (so ab Haller) sollten es vielleicht eher die Begutachter sein oder die an den betreffenden Universitäten die wissenschaftlichen Arbeitstechniken Vermittelnden (wenn es die denn gibt), die in der Öffentlichkeit stehen sollten - und für die es (auch) Konsequenzen geben sollte.
Ich bin mir dessen bewusst, dass dieses Argument nicht ungefährlich ist, weil es sofort wie eine Rechtfertigung und Verharmlosung des Plagiarismus klingt. Aber mir schwirren immer wieder die Worte eines österreichischen Institutsvorstandes im Kopf herum, als ich 2002 entdeckte, was hier in der Lehre schief gelaufen ist: "Die Studenten san goa ned so deppad, es wurde ihnen foisch beigebracht."
LG Antiplag01 06:36, 3. Aug. 2011 (UTC)
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Lieber Antiplag01, bei SH sieht es ganz so aus - folgt man den Ausführungen, die dieser in der Pressekonferenz v. 25.7.2011 vorgetragen hat -, daß hier eine deutliche Mitverantwortung zumindest eines Betreuers für die in Teilen eigenplagiierende Arbeitsweise des Verfassers gesehen werden kann. Allerdings ist auffällig, daß dieser laxe Umgang mit den Prinzipien von Zitation und Referenz offensichtlich vom Autor auch auf den Umgang mit Fremdtexten übertragen wurde - und spätestens hier endet die Mitverantwortung der Institution. Aber schon meine eigene Bezugnahme auf ein Interview außerhalb des Wikis zeigt hier ein methodisches Problem, dem wir uns stellen müssen: Im Wiki können wir nur Textähnlichkeiten und Referenzierungen auf Quellen dokumentieren und kategorisieren. Was wir nicht dokumentieren können, sind die evtl. Absprachen zwischen Verfasser und Universität, auf die sich z.B. auch JG beruft:
"Natürlich habe er [JG] eigene alte Aufsätze und Texte in die Doktorarbeit einfließen lassen, er könne darin nichts Falsches erkennen, zumal er die TU darüber vor Verfassen der Arbeit informiert habe. Den Vorwurf des Selbst-Plagiats könne er nicht nachvollziehen."[1]
Mich irritieren solche Äußerungen erheblich. Sie offenbaren ein Verständnis der Erstellung von Dissertationsschriften, in der es neben dem publizierten Text ebenfalls wie auch immer geartete "Privatabsprachen" mit den Gutachtern zu geben scheint, die allerdings nirgends transparent ausgewiesen sind, sondern allenfalls von den Beteiligten behauptet oder bestritten werden können. Meinem Verständnis wissenschaftlicher Praxis widerspricht diese Verfahrensweise in erheblichem Maße. Ich denke Ihrem ebenfalls. Und folglich stimme ich Ihnen zu: Hier sind die Universitäten in die Verantwortung zu nehmen und die beteiligten Gutachter. Das entbindet jedoch den Verfasser nicht von seiner Verantwortung für seinen Text. KayH 07:03, 3. Aug. 2011 (UTC)
Ich habe auch den Eindruck, dass die "Traditionen" der Dissertationsbegutachtung von Institution zu Institution stark abweichen. In sofern war es für mich sehr interessant, das Gutachten zur Diss von KTzG zu lesen, das im Rahmen der Begründung der Entziehung veröffentlicht wurde.
Das Gutachten begann mit einer sehr ausführlichen Würdigung der persönlichen Verhältnisse und sonstigen Verpflichtungen des Diss-Autors. Bis zu dem Zeitpunkt hätte ich mir im Traum nicht ausmalen können, sowas in einem Dissertationsgutachten zu finden. An meinem Fachbereich wurde das eigentlich immer sehr analog zur Begutachtung von Zeitschriftenartikeln gehandhabt: Sehr nah am vorliegenden Text, ohne jegliche Betrachtung des Privatlebens oder nicht in der Diss dokumentierter wissenschaftlicher oder ausserwissenschaftlicher Leistungen des Doktoranden.
Da man diese Traditionen nicht kennen kann, schlage ich vor, die hier betrachteten Texte völlig losgelöst von ihrer Eigenschaft als Dissertation lediglich als wissenschaftliche Veröffentlichung anzusehen, was sie ja auch sind.
87.139.137.52 10:53, 3. Aug. 2011 (UTC)
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Die Privatabsprachen gibt es und sie machen meiner Ansicht nach auch Sinn. Eine Dissertation ist meinem Verständnis nach eine Prüfung und der Nachweis eines Qualifikationsniveaus. Sie zeigt, dass der/die Verfasser/in in der Lage ist weitgehend selbständig zu forschen (= Post-Doc). Wenn nun eine Person dies in zahlreichen Publikationen gezeigt hat, dann ist es imho durchaus legitim zu sagen, sie solle die vorhandenen Texte "zusammentackern" und als Diss abgeben. Seit kumulative Dissertation in zahlreichen Promotionsordnungen erlaubt sind, ist dies auch offiziell erlaubt - zuvor war es häufig auf Basis von Absprachen mit den beteiligten Professoren möglich. Das Problem bei vielen vroniplag Fällen war aber bisher, dass es gar keine Absprachen zwischen den Beteiligten gab (im Sinne "Lieber Betreuer, ich kopiere mal alles wild aus anderen Quellen zusammen...."); die Fälle waren recht eindeutige Plagiate - mit den aktuellen Eigenplagiaten wird es aber komplizierter. --Serbe 10:13, 3. Aug. 2011 (UTC)
Soweit mir bekannt, unterliegen kumulative Dissen eindeutigen Regelungen in den Promotionsordnungen rsp. in "Ausführungsbestimmungen" zu ebendiesen. Mal als beliebiges Beispiel diese an der Uni Bremen. Es geht hier also nicht um Privatabsprachen der Art, die z.B. SH sinngemäß nahelegt: 'Ich bin gefragt worden, ob ich da nicht irgendwas in der Schublade liegen habe - egal wie alt, egal was -, das ich einfach zusammenschrauben kann mit irgendwelchen Texten, die ich in der Schublade von anderen gefunden habe. Promotion ist eh garantiert.' Gegen kumulative Dissen ist nichts einzuwenden - sofern sie transparent als ebendiese ausgewiesen sind. Das ist weder bei SH noch bei JG der Fall. Und von daher verstehe ich zumindest nicht recht, wie man das so grob vermischen kannst, wie Du es nun nahelegst. KayH 10:32, 3. Aug. 2011 (UTC)
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aber wehe wehe, wenn ich auf das Ende sehe (aus "Max und Moritz)
Ja, ich habe Kinder, und ich mag Wilhelm Busch. Meinen Kindern sage ich ausdauernd: EUER ERGEBNIS ist entscheidend.
Wer im Ausland sich nicht hinreichend verständigen kann, sollte nicht sagen: mein Fremdsprachenlehrer hat mir das nicht richtig beigebracht. Mag ja sein, ist aber egal. Das Ergebnis zählt.
Wer nicht gut rechnen kann, sollte auch nicht sagen: in meiner Schule haben wir das nie geübt.
Was ich damit sagen will:
Ausreden der Art "die Professoren haben mir das nicht richtig beigebracht" sind einfach kindisch. Ebenso kindisch wie "an dem Tag war ich grade krank".
Wer es nicht beigebracht bekommt, der muss sich das Fehlende eben selber aneignen.
Spätestens als Erwachsener sollte man das mitbekommen haben.
Ausreden wie "ich hatte einen schlechten Lehrer" sind einfach kindisch.
178.1.96.161 16:13, 3. Aug. 2011 (UTC)

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich erlaube mir, hier angelegentlich - schlicht, weil's nicht völlig unpassend ist - auch ein paar Anmerkungen zur aktuellen öffentlichen bzw. semi-öffentlichen Plagiatssuche und -dokumentation zu machen. Seit einigen Wochen verfolge ich Ihre Arbeit und die drumherum geführte Diskussion (wobei ich zu den inkriminierten Dissertationen mangeln Fächerzugehörigkeit mich nicht kompetent äußern kann).

Allgemein fällt mir auf, daß mit fortschreitender Zeit, also jedem neuen Fall eine Verschiebung von der Suche nach Plagiaten im - auch urhr. - Definitionssinn zu einer text-, darstellungs- und argumentationskritischen Analyse stattfindet. Ohne die ad nauseam geführte Diskussion "Was ist ein Plagiat (in den Wissenschaften)?" erneut aufzurollen, scheint mir auch angesichts der Autonomie jeder einzelnen Fakultät über die detaillierten formalen Regeln und ungeschriebenen Usancen wissenschaftlichen Schreibens eine Fokussierung auf das Plagiat als bewußter und vorsätzlicher Diebstahl fremder Ideen und Ergebnisse geboten zu sein.

In der beispielhaften Frage "'verschleiertes Kopieren' oder 'Paraphrase'?" wird man in D-A-CH-Universitäten meiner Überzeugung nach, wenn überhaupt als Problem erkannt, zu sehr unterschiedlichen Urteilen gelangen, eine (!) dazu allgemeingültig anerkannte Auffassung in der Lehrbuchliteratur, wie Stefan Weber in seinem Blog meinte, gibt es meiner Erfahrung nach nicht. Die von der ZEIT publizierte Auflistung von "Verdachtsstellen" in der Dissertation Althusmann macht das Übergewicht an Fundstellen der Kategorie "verschleiertes Kopieren" deutlich; ich weiß, diese Begutachtung ist kein Ergebnis der Vroni-Plag Arbeit (und wurde entprechend hierzuwiki schon kommentert).

Wie schon angemerkt, wird immer offensichtlicher, das die Autonomie der Unversitäten und Fakultäten praktische Auswirkungen auf die Bewertung und Annahmekriterien von Dissertationen hat. Denn natürlich entstehen Doktorarbeiten in engem Austausch zwischen Dissertand und dem Erstgutachter und ggf. auch dem Zweitgutachter; eine Arbeit läßt sich nicht 1:1 von einer Universität zu einer anderen "übersiedeln", der Wechsel des Doktorvaters ist allgemein mehr als riskant und so manches Zerwürfnis hat einer Doktorarbeit unverdientermaßen den Todesstoß versetzt. Damit werde ich Ihnen nichts Neues sagen, doch glaube ich, daß die Konsequenzen aus diesem Allzugutbekannten für die Arbeit von "VroniPlag" bislang nicht hinreichend berücksichtigt wurden, wie das die Verwunderung im Fall der Dissertation Haller deutlich macht.

Die notwendige Wissenschaftsautonomie bringt bei der Graduierung bis zum Doktorat mit sich, daß die Gutachter sowohl nach objektiven wie auch nach subjektiven Kriterien urteilen, im Fall der Habilitation wird durch die Vergrößerung und Diversifizierung des Gutachterkreises diese Subjektivität ja versucht zu minimieren; bei allen anderen Abschlüssen liegt die Verantwortung also alleine bei der graduierenden Fakultät einer Universität. Wo wir es also nicht mit einer bewußten und vorsätzlichen Aneignung fremden Gedankenguts zu tun haben, liegt die Verantwortung meiner Meinung nach ebenso bei den Gutachtern bzw. der Prüfungskomission der graduierenden Universität.

Daraus folgt für mich, daß man nicht der Versuchung erliegen soll, den Sattel zu züchtigen, wenn man die - salva venia - Esel meint; das gegenwärtige mediale Interesse an der Plagiatssuche und die teilweise unverhohlene Befriedigung in den Kommentarspalten derselben Medien über entzogene akademische Grade, darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Arbeiten in ordentlichen Verfahren geprüft und für schwer genug befunden wurden (und eben nicht "mene, tekel, u'parsim"); wo nach Auffassung der Promovierten keine vorsätzliche Täuschung vorliegt, sondern eben Schlampigkeit, Schludrigkeit und ein ausgeprägter Hang zur Collage, muß sich das die graduierende Fakultät zu einem Gutteil anrechnen lassen, will sie ein Graduierungsverfahren nicht zur Beliebigkeit werden lassen, deren Ergebnis jederzeit ex post widerrufen werden kann.

Die inhaltliche Auseinandersetzung mit einer Dissertation nun, die bspw. ohne erkennbaren Grund ein Boulevardmagazin als Quelle für statistisches Zahlenmaterial heranzieht, muß im Rahmen üblicher wissenschaftlicher Usancen erfolgen und kann nicht als Teil einer "Plagiatsprüfung" gelten. "VroniPlag" ist als Plattform aus den vergangenen Plagiatsaffären hervorgegangen und trägt das "Plag-iat" entsprechend in ihrem Namen, die einzelen "Projekte" endeten in der Regel mit dem Entzug des Dr.-Grades. Eine Verquickung unterschiedlicher Bewertungsebenen ist also schon aus Gründen der Redlichkeit und der Aufhaltung des Rechtsprinzips der Unschuldsvermutung nicht wünschenswert. Die wochen- oder monatelange öffentliche Analyse von Schriften mag zwar ein Höchstmaß an Transparenz gewährleisten, jedoch empfehlen die DFG-Regelungen im Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten nicht von ungefähr die Anonymität eines Verdächtigten und seiner Arbeit bis aus einem Verdachtsfall ein Entzugsverfahren wird.

Eine im Nachhinein erwiesene vorsätzliche Täuschung (Plagiat) ist eines, eine von Fachkollegen diskutuierte und zu Recht bemängelte wissenschaftliche Erkenntnishöhe einhergehend mit gravierenden inhaltlichen Mängeln ein anderes. Eine Sammlung von Indizien für eine vorsätzliche Täuschung mag kollaborativ und anonym in einem Wiki erfolgen, die wissenschaftliche inhaltliche Auseinandersetzung erfordert andere Voraussetzungen guten wissenschaftlichen Arbeitens.

Aussagen wie: "Bereits die Einführung zeugt von mangelndem wissenschaftlichen Impetus", "die Arbeit überschwemmt den Leser mit statistischen Daten, welche aber in der Verständnistiefe meist auf der Stufe der Pressemitteilungen des Statistischen Bundesamtes bleiben", "dass die Arbeit in weiten Teilen keine wissenschaftliche Tiefe erreicht, sieht man deutlich an der Quellenlage" ("Herausragende Fundstücke" aus der Dissertation Goldschmidt) haben ihren Sitz in einer Rezension oder in einem anderen publizistischen Zusammenhang. Daß ein Plagiatsverdacht oder ein erhärteter Plagiatsvorwurf anonym erhoben wird, mag begründtbar sein, daß Besprechungen und ein wissenschaftlicher kritischer Diskurs anonym erfolgt, ist keinesfalls gegenwärtige anerkannte Praxis - außer man wünscht sich die Zeit der zirkulierenden Pamphlete unter vielfältigen sprechenden Pseudonymen zurück.

Jeder von uns hat sicherlich schon ein Haufen dummes Zeug in Qualifikationsschriften gelesen (ich spreche hier mal von geisteswissenschaftlichen Arbeiten) und ich halte die unter Signatur "178.1.96.161 16" veröffentlichte Ansicht zur Holschuld nur für sehr eingeschränkt realitätsnah. Denn gerade in der Textproduktion lernt man zwar, indem man anderen über die Schulter schaut, aber - besonders wichtig: indem einem andere über die Schulter schauen und Fehler korrigieren. Passiert das nicht, kommt es eben zur Zitation von Wikipedia oder - ganz super - der "Super Illu".

VV aus Wien: Joachim Losehand 22:29, 3. Aug. 2011 (UTC)


Ihren bisherigen Ausführungen könnte ich wunderbar folgen, wenn, ja vorrausgesetzt, ich würde das bestehende "System Wissenschaft" als sakrosankt bezeichnen, als absolut unfehlbar und unantastbar wie das vatikanische Konzil. Sie zeichnen darin ein Bild von Wissenschaft, wie es vielleicht sein sollte, in Wirklichkeit in vielen Bereichen aber nur durch massive Verleugnung existiert.

Schon Jahre vor der Bekanntwerdung der guttenbergschen Plagiate gab es Landesregierungen und Universitäten, die sich der Problematik wissenschaftlichen Fehlverhaltens offensiv gestellt haben, während andere immer noch im Dornröschenschlaf weilen, aus dem sie von VroniPlag und anderen Plagiatssuchern nun unsanft geweckt werden.

Was ist denn an den von ihnen genannten Verhältnissen, die Sie durchaus real schildern, nun so gut, dass es als ehernes Gesetz dasteht? Ich dachte immer, Wissenschaft sollte objektiv sein - das hat man mir jedenfalls einmal beigebracht. Und ausgerechnet bei der Promotion sollen dann subjektive Kriterien als massgebend berücksichtigt werden? Was ist daran dann noch wissenschaftlich, wenn es intersubjektiv nicht mehr nachvollziehbar ist?

Wie viele Medien inzwischen berichtet haben, liegt hierin gerade ein Kernübel des Promotionswesens und der Wissenschaft, das es nachhaltig zu ändern gilt. Sonst haben wir bald nur noch Parteibuch-Genossenschafts-Bankkonto-Promotionen, Seilschaften ohne Ende und Filz bis zum Abwinken. Nein, hier muss sich ganz entschieden etwas ändern, da gibt es kein "weiterso"!

Was die konkrete Arbeit von VroniPlag betrifft, an der ich nicht teilnehme, bitte ich doch zu bedenken, dass sich bisher noch kein aufgerollter Fall als Missgriff oder Irrtum herausgestellt hat. Und das, obwohl unterschiedliche Universitäten die betreffenden Arbeiten daraufhin selbst überprüft und bewertet haben.

Inwieweit die jeweiligen Universitäten zu diesen Vorfällen mit beigetragen haben, steht auf einem anderen Blatt, das VroniPlag nicht beschreibt. Das kann man den Hochschulen und ihren Vertetern anlasten, aber nicht dieser Plattform. Ich kann Ihnen aber versichern, dass man bis zum Studienabschluss genug hochwertige wissenschaftliche Arbeiten gelesen hat, um zu wissen, wie eine ordentliche Arbeit auszusehen hat, auch wenn man nicht jedes Detail vorgekaut bekommt. Es gab auch schon vor Jahrzehnten Standardwerke zum Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten, die man bemühen konnte. Ich bin auch persönlich nicht bereit, Schlamperei als gesellschaftliche Norm abzusegnen, auch wenn sie sich auf wissenschaftlichem Gebiet ereignet. Das kann und darf keine Entschuldigung für vermurkste wissenschaftliche Arbeiten sein bzw. werden, vom Vorsatz mal

ganz abgesehen. Googlefix 00:13, 4. Aug. 2011 (UTC)

Ich glaube nicht, daß irgendein Beiträger oder Wissenschaftler "das System Wissenschaften" für "sakrosankt" hält, denn sonst wäre - und hier ist Ihr Vergleich "sprechend" - die Wissenschaft eine Religion (ein Religions-Ersatz) und der Wissenschaftsbetrieb eine Kirche (eine religiöse Gemeinschaft). Dem Bild kann ich zwar einiges abgewinnen, denn gerade in der Plagiatsdiskussion orte ich oft quasi-religiöse Bewegungen, die nach "Reinigung" und "Heilung" der Wissenschaften durch die Austreibung von Sündenböcken und den öffentlichen Pranger rufen, trotzdem scheint es hier wenig weiterführend.
"Wissenschaft" im eigentlichen Sinn ist eine Tätigkeit, keine Institution. Wissenschaftler brauchen, um wissenschaftlich tätig zu sein, keinen "Wissenschaftsbetrieb", sie brauchen höchstens den Austausch untereinander, die Kommunikation mit Menschen, die ihre Arbeitsleistung teilen. Darüberhinaus ist "Wissenschaft" nichts anderes als eine bestimmte, klar definierte Methode, ein Weg der Erkenntnisgewinnung, eine Arbeitsweise, die auf bestimmten niederlegten Prinzipien beruht. Das ist das "System Wissenschaft", das über Jahrhunderte seit den ionischen Naturphilosophen bis heute entwickelt wurde und sich bewährt hat, und dem man keinerlei "sacrosanctitas" zusprechen muß, um dessen Gültigkeit zu erweisen.
Zu Objektivität und Subjektivität: Objektivität heißt ja nicht "Notwendigkeit" und "Subjektivität" heißt ja nicht "Beliebigkeit". Ein Kriterium wissenschaftlichen Arbeitens ist die inter-subjektive (!) Nachvollziehbarkeit und Nachprüfbarkeit von Arguemntationen und Ergebnissen. Das bedeutet aber nicht notwendigerweise, daß die erzielten Ergebnisse objektiv richtig sind, mit der Wahrheit übereinstimmen oder sich ihr größtmöglichst annähern oder daß darüber ein zwingender Konsens erzielt wird. Gerade in den Geistes- und Sozialwissenschaften ist ein Großteil der Erkenntnisgewinnung abhängig von der begründeten Wahl von Einzelmethoden und den theoriegeleiteten Interpretationen von Befunden und Phänomenen. Denken Sie vielleicht an die Disziplinen "Feministische Linguistik" oder die "Gender Studies" im allgemeinen. Beide sind "im Wissenschaftsbetrieb angekommen", trotzdem halten manche Wissenschaftler beide Fächer für ideologiegesteuerten Mumpiz, andere wiederum für einen notwendigen und wertvollen Zugriff auf die Wirklichkeit des Menschen als soziales Individuum. Für beide Positionen werden Sie gute Gründe finden, eine im strengen Sinne "objektive", weil notwendige Beurteilung ist jedoch kaum möglich.
So gibt es also einerseits - gerade im Fortschritt der Erkenntnisgewinnung - einen Widerstreit unterschiedlicher Theorien und Einzelmethoden, einen "Schulenkampf" zwischen Anhängern differierender Interpretationsmodelle, die Auswirkung auf die inhaltliche Bewertung von Dissertationen haben, zum anderen haben sich auch in den einzelnen Disziplinen unterschiedliche Kulturen herausgebildet und die Autonomie von Professoren bringt weitere individuelle Usancen mit sich, denn Schüler folgen in Art und Anlage von Darstellungen ja zumeist ihren Lehrern (aus Überzeugung oder aus der schlichten Erkenntnis, daß man die Hand, die einen füttert, vorzugsweise nicht beißen sollte).
Mich überrascht die hochgekochte Empörung, die die Promotion nachgerade mit einer - da haben wir sie wieder: quasi-religiösen Weihe und den Promovierten mit einer Würde versieht, die kaum "objektiv" gerechtfertigt erscheint. In der Enttäuschung über die allseits grassierende Mittelmäßigkeit (was überraschend bei einer angestrebten Studierquote von 40%) schütten manche jetzt gern das Kind mit dem Bade aus und verlangen ein Ende der Titeley. Nun gut.
Das Gros der Studenten und des Lehrkörpers macht seine Arbeit mehr oder minder ordentlich und bemüht sich in je eigener Weise redlich. Von den "Freizeit-Dissertationen" auf ein grundsätzlich kariöses Promotionswesen zu schließen, halte ich für übertrieben.
Der Arbeit von "VroniPlag" liegt die These zugrunde, daß es universitäts- und fächerübergreifende eindeutige Regelungen und Kriterien für wissenschaftliches Schreiben und zitieren gibt, daß die Kategorien unter dem Begriff "Plagiat" eindeutig definiert werden können und es darüber einen intersubjektiven Konsens gibt. Tatsächlich ist das meiner Meinung nach ein irrtum, eine Ansicht, zu der anscheinend auch der ein oder andere Beiträger hier gelangt: eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Arten von Plagiaten in den Wissenschaften hat ert vor kurzem eingesetzt, die Kategorie "verschleiertes Kopieren" ist bspw. vor 2011 überhaupt nicht nachweisbar, ihr massiertes Auftreten in der Dissertation Althusmann (siehe das ZEIT-Gutachten) eher ein Indiz für eine - wenigstens von den Gutachtern - anerkannte Praxis wiss. Schreibens, denn ein Kennzeichen bewußter Täuschungsabsicht.
Bevor man also detailfreudig Textkritik an Hochschulschriften übt, muß man evaluieren, welche Kriterien die graduierende Universität und die Gutachter selbst an eine Arbeit anlegen, und ob diese Kriterien in der konkreten Arbeit erfüllt wurden. Der Rechtsgrundsatz "nulla poena sine lege" bedeutet hier, daß nur bei der Abfassung bekannte und kommunizierte Anforderungen, Usancen und Kriterien auch bei einer erneuten Prüfung herangezogen werden dürfen - und nicht etwa neue oder dato unbekannte.
Wie ich im obigen Beitrag schon anmerkte, kann aus Sicht wissenschaftlicher Praxis die Arbeit eines anonymen freien Kollektivs nur begrenzt sein, zumal diese lose Gruppe konkrete Personen zur Verantwortung zieht, ihrerseits aber selbst durch die Anonymität ihrer Mitglieder nicht zur Verantwortung gezogen werden kann. Die Praxis der "peer review", gerade wenn es um wissenschaftliche Inhalte geht, sieht aus gutem Grund anders aus.
Gruß, Joachim Losehand 07:37, 4. Aug. 2011 (UTC)
Ihren Ausführungen zu den "Herausragenden Fundstellen" bei JG kann ich durchaus folgen - die inhaltlich wertenden Aussagen darin teile ich ebenfalls nicht. Ihren Ausführungen zur je individuellen Praxis von Zitation und Referenz (hier geht es nicht um die Form, in der das geschieht, sondern um die Tatsache, daß beides überhaupt geschieht!) kann ich jedoch nicht folgen. Können Sie ein konkretes Beispiel referenzieren, in der z.B. in einer Anleitung zu wissenschaftlichen Arbeitstechniken o.ä. ausgeführt wird, daß wörtliche Zitate und Paraphrasen nicht kenntlich zu machen sind und die Quellen nachvollziehbar zu belegen? Das würde vielleicht meinem Verständnis auf die Sprünge helfen. KayH 08:23, 4. Aug. 2011 (UTC)
Derartiges wird es wohl nicht geben. In dieser Diskussion geht es aber insb. nicht fest geschriebene Regeln und einfache Plagiate; sondern um so Dinge wie Text-Recycling. Letztendlich entscheidet die wissenschaftliche Fachgesellschaft - also die jeweilige Fachcommunity - was gemacht werden kann und was nicht. Als Wissenschaftler bekommt man mit den Jahren (hoffentlich) ein gutes Gespür was geht und was nicht geht. Ich selbst bin von jüngeren Forschern viele Male gefragt worden, ob man das machen darf oder nicht und ich habe jeweils eine persönliche Einschätzung (als Teil der Fachcommunity) abgegeben; andere Kollegen (ebenfalls Teil der Fachcommunity) wären womöglich zu anderen Einschätzungen gelangt. Und damit dies mal plastischer wird ein Beispiel, wie es wohl sehr oft im Alltag vorkommt: "Autor A schreibt Artikel für deutschsprachige Wald-und-Wiesen-Zeitschrift XY; Buchherausgeber B bittet diesen Artikel ein klein wenig abzuändern (wegen Uhrheberrecht des Zeitschriftenverlags) und dann nochmals in seinem Buch als Kapitel zu veröffentlichen. Autor A arbeite hierfür zwei Tage: stellt Kapitel um, streicht etwas, formuliert die ein oder andere Stelle anders und setzt an den Beginn des Buchkapitels eine Fußnote, in welcher er auf den Artikel verweist (dieses Kapitel basiert auf...)." Ist dies korrekt? Nein, vermutlich nicht. Man hätte jeden übernommenen Absatz in dem Buchkapitel zitieren müssen. Aber ist dieses Vorgehen üblich und wird es von der Fachcommunity akzeptiert? Ich vermute schon. --Serbe 09:22, 4. Aug. 2011 (UTC)
Seine eigenen Texte darf man imho so oft verwursten, wie es der Fachgemeinschaft nicht langweilig wird und solange das copyright nicht beim Verlag, sondern bei einem selbst liegt. Der (mehr oder weniger) textgleiche Vortrag, bei unterschiedlichen Konferenzen im Ausland gehalten? Warum nicht, solange es die Konferenzorganisatoren nicht stört. Weit wird man mit dieser Praxis nicht kommen, wenn man nicht noch etliche neue Aufsätze veröffentlicht, denn irgendwann wird es langweilig, für alle Beteiligten. Was ist das Gegenteil von Kunst und Wissenschaft? Langeweile.
Zum zitierten Beispiel ("Autor A schreibt Artikel für deutschsprachige Wald-und-Wiesen-Zeitschrift XY ... )
, Jahrgang
"Buchherausgeber B bittet diesen Artikel ein klein wenig abzuändern (wegen Uhrheberrecht des Zeitschriftenverlags) und dann nochmals in seinem Buch als Kapitel zu veröffentlichen."
Wenn Buchherausgeber B einen Wiederabdruck in einem Buch haben möchte, dann fragt er den Rechtsinhaber. Entweder Wald-und Wiese-Zeitschrift oder den Autor selbst. Ein "ein klein wenig abändern" nützt dem Autor überhaupt nichts, wenn die Rechte nicht bei ihm selbst liegen. Falls doch, darf er seinen Text freizügig verwerten, wie er möchte. Ein "klein wenig abändern" nützt dem Buchherausgeber auch wenig. Wenn ihm der Artikel im Prinzip gefällt, der Herausgeber aber Änderungen wünscht (zu lang, zu kompliziert), dann ist die korrekte Vorgehensweise::
WuW-Zeitschrift fragen (falls Rechtsinhaber)
Autor um Umarbeitung bitten (falls er das will)
Dann wird die umgearbeitete Fassung zum Druck vorbereitet. Der Autor bekommt ein Korekturexemplar, findet vielleicht ein paar Fehlerchen bei Umbruch / Silbentrennung / Fettdruck / Schrifttypenwechsel, und erwartet Korrektur. Nach einem gewissen Schriftwechsel gibt der Autor sein placet.
Im gedruckten Buch erscheint dann korrekterweise der Hinweis: "dieser Beitrag ist eine vom Autor für das Buch XY umgearbeitete Fassung seines Artikels XY für Wald-und-Wiesen, Jahrgang xy, Seiten 23 - 37)
So einfach.
188.101.246.37 12:06, 4. Aug. 2011 (UTC)


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Ich erinnere immer wieder an die Definition des Plagiats als bewußte Verschleierung fremder Urheberschaft in vorsätzlicher Täuschungsabsicht. Wie auch mein Vorredner Serbe ausführt. geht es weniger darum, ob oder daß die Quelle eines wörtlichen Zitats oder der Paraphrase eines Textes angegeben und Zitat wie Paraphrase als solche gekennzeichnet werden müssen (communis opinio: ja, sie müssen).
Vielmehr geht es - auch im Beitrag des MINT-Forschers, darum, was im jeweils konkreten Fall ein wörtliches Zitat ist und wie hinsichtlich der Paraphrase die Usancen in der "Fachcommunity" oder an einem bestimmten Institut sind. So stellt sich bisweilen mir als Historiker die Aufgabe, ein allgemein bekanntes historisches Ereignis oder einen Ablauf von Ereignissen im Rahmen einer angrenzenden oder größeren Themenstellung darzustellen. Muß ich beispielsweise zum Ereignis "Schlacht von Actium" die einschlägige Sekundärliteratur referieren und zitieren, von Spezialdarstellungen einzelner Aspekte bis hin zu Überblicksdarstellungen - und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, in diesem Unterkapitel eine gleiche oder ähnliche Formulierung zu verwenden, wie sie schon dutzendfach in anderen Texte zu finden ist? Ist mein vielleicht 2-seitiges Unterkapitel zur Schlacht von Actium nicht im Grunde eine Paraphrase, eine Melange oder Collage aus dutzenden anderen Darstellungen, die ich in meinem Leben gelesen habe - und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß ich darin unbewußt eine idente Formulierung verwende?
Meiner Erfahrung nach ist darum in den historischen Wissenschaften gängige Praxis, neben ggf. einem Verweis auf neueste Darstellungen nur erwähnte Abweichungen von der Literatur oder bestimmte interessante und diskussionswürdige Details im Einzelnen kenntlich zu machen. Denn man spricht ja zu Fachkollegen, die mit der Materie so weit vertraut sind, daß es ohne Belang ist, bspw. die Literatur für die Akteure der Pisonischen Verschwörung ausführlich anzugeben, sondern eben die Abweichung von der communis opinio ("A" ist nach singulärer Ansicht von Piesepampel [2008y: 9] kein Verschwörerer usw.). Muß ich, wenn ich einen Fachbegriff verwende, diesen grundsätzlich als Zitat ausweisen und entsprechend referenzieren (bspw.: "Paradigmenwechsel", "Repetundenprozeß") oder wäre eine Refernzierung nicht eher ein Ausweis dafür, daß ich die Fachusancen nicht kenne und aus Unsicherheit "überreferenziere"?
Das sind Fragen, auf die nur die Fachkollegen der jeweiligen Disziplinen kompetent antworten können und die Bandbreite der Möglichkeiten ("Im Prinzip: ja, aber") kennen. Hier verorte ich dann die Grenzen einer fächerübergreifenden, kollaborativen Plagiatssuche. Joachim Losehand 10:07, 4. Aug. 2011 (UTC)
Wer sich gegenüber Fachkollegen schriftlich äußert, wird - gerade dieser Logik folgend, dass Fachkollegen den Forschungsstand gut kennen! - garantiert nicht seitenweise bereits früher von Kollegen Gesagtes teilweise wörtlich rezitieren. Darum geht es. Nicht einzelne Worte. Wir sprechen doch immer noch von seitenweisem Abschreiben, nicht vereinzelten Formulierungen. Die im Wiki untersuchten Schriften können also von der Arbeitsweise her gar nicht an Fachkollegen gerichtet sein. Sie dienen der Blendung derer, die es eben nicht beurteilen können - oder wollen.
Hieraus ergibt sich, für mich jedenfalls, auch sofort der Vorsatz des jeweiligen Autors, sich einen Doktorgrad zu verschaffen, ohne eine wissenschaftliche Arbeit abzugeben. Merkmal durch die Arbeiten hindurch ist stets ein erheblicher Aufwand, eine Arbeit zu verfertigen, die möglichst den Eindruck erwecken soll, es handele sich um eine wissenschaftliche Arbeit. Die nun folgende Fachdiskussion unter Wissenschaftlern, wo die Grenzen liegen, ist interessant. Und sie freut die Betrüger. Denn wir vergessen dabei, dass alle untersuchten Fälle (hier im Wiki) fernab jeglicher diskutierter Grenzverläufe liegen. Martin Klicken 11:26, 4. Aug. 2011 (UTC)
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Vielleicht bin ich gerade schlecht drauf, aber ich erkenne die Ironie an Ihrem Beitrag nicht. An wen bitte soll sich eine Dissertation anderes richten als 1) an die Gutachter, 2) an prospektive Rezensenten in einschlägigen Fachorganen und 3) an am speziellen Gegenstand der Untersuchung interessierten Fachkollegen (und ggf. fachlich versierte Dilettanten), sehen wir mal von den Eltern des Autors ab?
Lassen wir den Spezialfall "Österreich" beiseite - hierzulande besteht über die Ablieferung von Pflichtexpl. an die ÖNB und Uni-Bibliothek keine weitere Publikationspflicht - erscheinen der Großteil der Dissertartionen in entsprechend ausgerichteten Verlagen, die extra Reihen für Hochschulschriften anbieten. Kaum eine Dissertation ist doch auch nur annähernd "massentauglich" und wird über einen engen und überschaubaren Kreis von Betroffenen wahrgenommen. Ich bin ja kein Fachmann, aber die Themen der in VroniPlag behandelten Arbeiten - wie auch die meisten unserer österreichischen und deutschen Politiker - sind völlig abseitig und ohne ein allgemeines Interesse (was ihnen nicht zum Vorwurf gemacht werden soll).
Das eigentliche Interesse besteht in der Öffentlichkeit ja am Dr.-Grad selbst, nicht an der ihr zugrundeliegenden inhaltlichen wissenschaftlichen Leistung (vielleicht ja am Volumen des gedruckten Buches). Um "geblendet" zu werden, muß man seine Nase in einen Text stecken. "Vor Guttenberg" wäre darauf anlaßlos keiner gekommen.
Nebenbei müssen wir auch in der Behandlung wissenschaftlichen Fehlverhaltens wissenschaftliches Wohlverhalten und Redlichkeit an den Tag legen, was eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Grenzen und Graubereichen, der Theorie und der empirisch beobachtbaren Praxis bedeutet. Wer's pauschal haben will, soll Politik betreiben, aber keine Wissenschaft, meine ich: Joachim Losehand 12:19, 4. Aug. 2011 (UTC)
"...und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß ich darin unbewußt eine idente Formulierung verwende?"
Das kann man einfach ausprobieren: Zwei Sätze eines selbstständig formulierten (Fach-)Textes in Google eingeben und sich wundern, wie groß die Wahrscheinlichkeit wirklich ist, eine identische Formulierung zu finden. Thomas 88.117.93.122 10:30, 4. Aug. 2011 (UTC)
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Sehr praktikable Lösung! Vor allem bei einer 500 Seiten Diss.! Jeden Satz eingeben, ob den nicht schon mal jemand geschrieben hat. Alles klar! Das sind also die wissenschaftlichen Standards! Checkt mal die FAQ bei wisewoman! Tatsachen können von Anbeginn nicht einen Plagiatsvorwurf nach sich ziehen!193.194.136.76 16:59, 4. Aug. 2011 (UTC)
Sehr geehrte 193.194.136.76, ihr Text zittert ja förmlich vor Aufregung. Hoffentlich hatten Sie keine Herzattacke. Der Tipp sollte nur verdeutlichen, dass man, egal welche Sätze man nimmt, die Wahrscheinlichkeit gegen Null geht, dass die schon jemand identisch niedergeschrieben hat - außer es sind kurze triviale Wendungen. Das sollte keine Anleitung zum Prüfen auf Plagiate sein. So, und jetzt beruhigen Sie sich wieder und verwenden dann auch mal einfache Punkte statt Ausrufezeichen ;) Thomas 178.191.107.150 18:23, 4. Aug. 2011 (UTC)
Nu ja, ich sprach oben von Formulierungen, nicht von "ganzen Sätzen"; so lassen sich mit den Begriffen "Großkampfschiff(e)" (terminus techn.), "Antonius" und "Agrippa" (gehört zum Thema "SChlacht von Actium") schon recht gleichlautende Aussagen treffen, die Nähe zur identen Formulierung ist da schon gefährlich, und natürlich stecken wwir da bis zur Unterlippe im "verschleierten Kopieren". Gruß, Joachim Losehand 19:04, 4. Aug. 2011 (UTC)
Dann kann ich nur die Bitte eines Vorredners wiederholen, Stellen zu benennen, in denen solche einfachen Begriffe indiziert wurden. So müssen wir nicht theoretisieren, sondern können über konkrete Stellen diskutieren, bei denen nach ihrer Auffassung übers Ziel hinaus geschossen wurde (um bei den Großkampfschiffen zu bleiben). Thomas 178.191.107.150 22:55, 4. Aug. 2011 (UTC)
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Ohne Ihrer Schlacht zu nahe treten zu wollen. Nehmen wir den 2. Weltkrieg als Beispiel. "Der 2. Weltkrieg begann 1939 mit dem Angriff auf Polen" oder "Mit dem Angriff auf Polen begann 1939 der 2. Weltkrieg" oder "1939 brach der 2. Weltkrieg aus" oder oder oder .... Mit solchen Feststellungen von Tatsachen lassen sich, mit entsprechendem Blick auf die Leserschaft von Schülern, und mit entsprechendem Talent, eine Schülerschaft anzusprechen, sehr gute Bücher für Schüler schreiben.
Nacherzählungen von Fakten lassen sich aufbereiten für einen Schulbuchverlag.
Völlig normal und achtenswert. Es steckt viel Kreativität darin, wenn es für Kinder gut dargestellt wird.
188.101.246.37 20:42, 4. Aug. 2011 (UTC)

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