VroniPlag Wiki

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 15, Zeilen: 14-22, 23-25, 33-34, 37-40
Quelle: Grabowski 1999
Seite(n): 48, 49, 50, 56, Zeilen: 48: 33 ff.; 49: 3 ff.; 50: 4 ff.; 56: 3 ff.
Joachim Grabowski (1999) nimmt an, dass bestimmte Objekte, die nicht dreidimensional aufgefasst werden, in bestimmten Zusammenhängen nicht „gelten“. So kann man z.B. die Matratze-Bettlaken-Relation erklären. Man könnte annehmen, ein Bettlaken wird nur in seiner zweidimensionalen Erstreckung aufgefasst, der menschliche Körper und die Matratze dagegen als dreidimensionale Objekte. Die Transitivitätsurteile über räumliche Objektrelationen berücksichtigen nur gleichdimensionale Objekte und überspringen sozusagen die niedriger-dimensionalen Objekte. So verankert der Sprecher das LO räumlich an einem „geeigneten“ Bezugsobjekt BO [(bei Grabowski: Ziel- bzw. Relatumobjekt genannt)]. Auch die folgende Objektrelation bestätigt die Annahme, dass räumliche Relationen über Gestalteigenschaften der Objekte definiert sind: [...]

Das Problem eines geeigneten BO hat auch etwas mit den Größenverhältnissen der in Beziehung gesetzten Objekte zu tun – [...] Die räumliche Beziehung zwischen Objekten wird außerdem durch dazwischenliegende Objekte beeinträchtigt, wobei allerdings die relativen Größenverhältnisse differenziert werden. Der Brunnen befindet sich vor der Uni, sogar wenn zwi-[schen beiden eine Rose blüht. Die Rose ist aber nicht vor dem Brunnen, wenn die Uni dazwischen steht, sondern vor der Uni.]


Grabowski, Joachim (1999): Raumrelationen. Kognitive Auffassung und sprachlicher Ausdruck. Opladen u. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.

Grabowski, Joachim (1999): Verbale Wissensdiagnose: High-Level-Prozesse der Sprachproduktion. In: Wachsmuth, Ipke; Jung, Bernhard (Hrsg.): KogWis99. Proceedings der 4. Fachtagung der Gesellschaft für Kognitionswissenschaft. St. Augustin: Infix, 37-42.

[Seite 56, Z. 3 ff.:]
Man kann die Matratze-Bettlaken-Relation im übrigen nicht durch Dimensionalitätsüberlegungen ʻwegerklärenʼ. Man könnte ja annehmen, ein Bettlaken werde nur in seiner zweidimensionalen Erstreckung aufgefaßt, der menschliche Körper und die Matratze dagegen als dreidimensionale Objekte, und Transitivitätsurteile über räumliche Objektrelationen würden nur gleichdimensionale Objekte berücksichtigen und niedriger-dimensionale Objekte sozusagen überspringen. Diese Erklärung ist jedoch weniger sparsam als die von mir vorgeschlagene: Es bedarf der Annahme, daß bestimmte Objekte nicht dreidimensional aufgefaßt werden, und der Annahme, daß diese Objekte in bestimmten Zusammenhängen nicht ʻgeltenʼ.

[Seite 48:]

Ich habe in den Vorbemerkungen zur Bestimmung von intendiertem Objekt und Relatum (s. oben Abschnitt 3.1.3) nur vage angegeben, daß der Sprecher das Zielobjekt räumlich an einem geeigneten Relatumobjekt verankert.

[Seite 56, Z. 10 ff.:]

Ich komme hingegen mit der einen Annahme aus, daß räumliche Relationen über Gestalt-Örter und nicht über materielle Örter definiert sind, [...]

[Seite 49:]

Man wird vermuten, daß das Problem eines geeigneten Relatums etwas mit den Größenverhältnissen der in Beziehung gesetzten Objekte zu tun hat.

[Seite 50:]

Die räumliche Beziehung zwischen Objekten wird außerdem durch dazwischenliegende Objekte beeinträchtigt, wobei allerdings die relativen Größenverhältnisse differenzieren. Ein Brunnen mag sich in unserer Anschauung hinter einer Kirche befinden, auch wenn zwischen beiden ein Gänseblümchen blüht, nicht aber, wenn das Pfarrhaus dazwischen steht.

Anmerkungen

Die Referenz "Joachim Grabowski (1999)" zu Beginn ist nicht eindeutig, da sich im Literaturverzeichnis zwei solche Publikationen finden.

Wenn man unterstellt, dass die Verfasserin die Monografie und nicht den Aufsatz meinte, so ist die Quelle zwar genannt, doch bleiben Art und Umfang der Übernahme ungekennzeichnet. Es wird auch nicht klar, dass diese teils wortlautnah bis -identisch ausfällt (längste Sequenzen: zweimal je 16 Wörter).

Zwei Passagen mit Beispielen, die sich teilweise ebenfalls inhaltlich an der Quelle orientieren und die dortigen Beispiele variieren, wurden nicht mitdokumentiert, da sie sich stärker von der Quelle lösen.

Sichter
(Schumann), Stratumlucidum