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Ich finde dieses Fragment ist deutlich "im Graubereich" und sollte nicht als Plagiat eingestuft werden. Hindemith 11:08, 27. Jul. 2012 (UTC)

Für dieses Fragment würde ich bei der Einordnung als Baueropfer bleiben, eine Paraphrase im eigentlichen Sinne ist das nicht und die Fußnote macht auch nicht klar, wie weit die inhaltliche und sprachliche Übernahme reicht. Das Fragment ist sicher eher klein, aber eben Teil einer stehenden Methode, die zumindest aus meiner (auch Prüfer-) Sicht in der Rechtswissenschaft so nicht verwendet werden sollte.Strafjurist 13:58, 27. Jul. 2012 (UTC)

Nachfrage: Inwieweit "deutlich" im Graubereich ? Ein Student würde dafür von mir einen massiven Rüffel kriegen, bei mehr al einer Stelle dieser Kategorie auch mindestens eine massive Abwertung wegen Verletzung der Zitierregeln. Wäre diese Art des Umgangs mit Quellen stehende Methode (und so scheint es hier zu liegen), würde ich eine solche Arbeit jedenfalls durchfallen lassen.Strafjurist 14:05, 27. Jul. 2012 (UTC)
Mit "deutlich im Graubereich" meine ich, dass dieses Fragment sich in einem Bereich bewegt (meiner Ansicht nach), in dem es nicht ohne Weiteres klar ist, ob es sich noch um eine sehr verunglückte Paraphrase handelt (--> schleche Arbeitstechnik --> schlechte Note) oder schon um eine ungekennzeichnete wörtliche Übernahme ( --> Aneignung fremder Lohrbeeren --> Durchgefallen) . Ich würde sogar noch ein wenig weiter gehen, und nur solche Fragmente dokumentieren wollen, die einen gewissen Sicherheitsabstand zu diesem Graubereich einhalten, so dass gar keine Diskussionen mehr aufkommen.
Konkret bei dem Fragment hier müsste ich entscheiden, ob der Ausdruck "die Gesamtheit der Infrastruktureinrichtungen, die zur Signalübertragung genutzt werden" eine Formulierungsleistung darstellt, oder einfach nur die Aneinanderreihung zweier hier nicht ersetzbarer Fachbegriffe ist. Ich würde wohl auch dazu tendieren zu sagen, da müssen Anführungsstriche hin, aber ich finde das nicht auf den ersten Blick 100% klar, daher würde ich das Fragment lieber nicht als "Plagiat" einstufen. Es soll hier ja nicht um Stilkritik oder gute Arbeitsweise gehen, sondern um klare Verstöße gegen die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens. Übrigens sind auch Fragmente ohne Wertung dokumentiert und koennen diskutiert werden. --Hindemith 17:47, 27. Jul. 2012 (UTC)
Mein Problem mit diesem Fragment (und mit dem Umgang der Autorin mit Quellen an einigen Stellen) besteht darin, dass zumindest m.E. eine Paraphrase etwas anderes ist als die Umstellung der vorhandenen Formulierung und die Ergänzung durch wenige Worte. Genau dies ist aber der Stil der Autorin, angereichert durch die Tatsache, dass sich der Quellennachweis entweder mitten in der Übernahme befindet (hier nicht), jedenfalls aber nur aus der unkommentierten Angabe der Fundstelle besteht. Dies hat für den Leser die Aussage: "Dort hat jemand diesen Inhalt aufgeschrieben, ich habe ihn für meine Arbeit aber in meine Worte gefasst". Genau diese letzte Leistung setzt aber ein eigenes Verstehen und dann eine Reformulierung des eigenen Verständnisses voruas (= Paraphrase). Werden dagegen nur Halbsätze umgestellt und teilweise gekürzt, bleibt durchaus unklar, ob die Inhalte wirklich verstanden und reflektiert wurden. Auch als Jurist aus einem anderen Fachgebiet würde es mir nicht schwer fallen, die hier aus dem (sprachlich übrigens sehr unangenehm zu leseenden) Buch von Koenig/Loetz/Neumann stammenden Formulierungen eigenständig und anders wiederzugeben. Ich meine, dass dies über bloße Stilfragen hinaus geht, gerade wenn es (wie in diesem Fall) kein einzelner Ausfall sondern durchgehende Methode. Vielleicht bin ich Romantiker, aber in einer wissenschaftlich idealen Welt wäre dies aus meienr Sicht nich ok, sondern eben ein Verstoß gegen die Spielregeln im umgang mit Quellen. Genau dies sollte m.E. auch dokumentiert und gerne auch diskutiert werden. Ob dann am Ende eine nachträgliche Titelaberkennung steht oder "nur" das Verdikt einer "schlechten Zitiertechnik" erscheint mir dabei eher zweitrangig.Strafjurist 20:28, 27. Jul. 2012 (UTC)
Ja, das stimmt, das ist wohl nicht OK, wie sie mit der Quelle umgeht, und natürlich ist die Titelaberkennung nicht der Maßstab. Für mich ist aber wichtig, dass ich nicht in die Gefahr komme, eine schwach gearbeitete, schlampige Arbeit als Plagiat zu bezeichnen da haette ich gerne einen gewissen Sicherheitsabstand. Schlechte, schlampige, aber im Prinzip ehrliche Arbeiten gibt es viele (ich weiss nicht ob Mb dazugehoert). Aber das ist eine ganz andere Baustelle, finde ich ... Hindemith 20:52, 27. Jul. 2012 (UTC)
Da bin ich ganz bei Dir. Ob aber eine Arbeit insgesamt "nur" schlampig ist oder eben mit Blick auf die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens nicht tragbar, lässt sich m.E. nur mit Blick auf die Arbeit als Ganze beantworten, nicht an einem einzelnen Fragment. Und gerade für diese Antwort können auch solche vielleicht etwas schwächeren Fragmente wichtig sein - Kleinvieh macht eben auch Mist. Das Problem ist doch, dass es hier im Endeffekt um eine qualitative wie auch quantitative Frage geht: Glasklares wörtliches Abpinnen ist auch schon bei wenigen Zeilen definitiv nicht in Ordnung. Weitgehende Beibehaltungen des Wortlauts mit nur minimalen Änderungen mögen als Einzelfall unterlaufen; in Ordnung ist es aber - ich glaube darauf können wir uns einigen - eigentlich nicht. Ist diese Form der schlechten Paraphrase aber keine gelegentliche Unachtsamkeit, sondern durchlaufende Methode. wird es auch für die Beurteilung der Gesamtarbeit eng, das ist aus meiner Sicht mehr als schlampig, aber ehrlich. Um herauszufinden, ob dies der Fall ist, sollte man aber nach meinem Verständnis auch solche Fragmente erst einmal dokumentieren und auch einordnen. Die Diskussion letzten Montag im Chat hat m.E. gezeigt, dass sich das Gesamtbild dann immer noch sehr differenziert diskutieren lässt und mit dem Einzelfragment auch erst einmal kein Stab über die Arbeit gebrochen ist. gegenwärtig enthält die Analyse von Mb knapp 100 Fragmente, die sich auf geschätzt zwischen 60 und 70 Seiten verteilen. Für mich ergibt sich hieraus eben ein Gesamtbild einer Arbeit, welche die Spielregeln systematisch nicht einhält, das ist m.E. mehr als nur leichtfertiges Schlampen.Strafjurist 21:42, 28. Jul. 2012 (UTC)