VroniPlag Wiki

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Der erweiterte Pressespiegel soll dazu dienen, Pressemeldungen, die zum Themenkomplex Plagiarismus gehören und keinen direkten Bezug zu VroniPlag haben, zu sammeln. Jeder ist eingeladen, hier Artikel, die er für interessant oder relevant hält, aufzulisten. Die letztendliche Entscheidung, ob ein Artikel im erweiterten Pressespiegel verbleibt, behalte ich mir vor.

Ältere Jahrgänge im Archiv.

Der 'offizielle' Pressespiegel von VroniPlag Wiki findet sich hier.


21. Juni 2022

  • faz.net: „Das hat etwas von modernem Kopfgeldjägertum“ (Sascha Zoske) [€] "Der Juraprofessor Uwe Volkmann ermittelt bei wissenschaftlichem Fehlverhalten an der Goethe-Universität Frankfurt. Im Interview spricht er über sein Vorgehen in solchen Fällen und das Risiko, handwerkliche und inhaltliche Kritik zu vermischen."

15. Juni 2022

  • t-online: Guttenberg und kein Ende – das sind die aktuellen Plagiatsfälle. Politiker und Wissenschaftler betroffen (Jochen Zenthöfer) "Dr. Martin Huber, CSU-Generalsekretär
    "Die 'Süddeutsche Zeitung' zitierte Bernhard Stahl, Professor für Internationale Politik an der Universität Passau: 'Verspätet und verhuscht' würden indirekte Belege angegeben, sodass der unmittelbare Bezug zur Quelle nicht mehr erkennbar sei. 'Noch gravierender wiegt aus seiner Sicht Hubers Umgang mit Originalquellen', heißt es. Stahl sagt: 'Wörtliche Zitate als indirekte zu kennzeichnen, reicht nicht und erfüllt allein den Tatbestand des Plagiats.'"
  • DIE ZEIT (No 25, S. 51): Man nannte sie die Jeanne d’Europe. Die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot war ein Liebling der Linksliberalen – jetzt gilt sie als Impfskeptikerin, Putin-Versteherin und hat in ihrem jüngsten Bestseller abgeschrieben (Ijoma Mangold) "Dann nehmen wir Platz auf ihrem Balkon. An der Plagiatsfront, das ist klar, muss sie einen geordneten Rückzug antreten: »Ich entschuldige mich für meine Verstöße gegen das Urheberrecht, ich entschuldige mich sehr gerne öffentlich.« Und sie fügt hinzu: »Die Schande klebt wie Pech und Schwefel an mir.« [...] Nach meinem Besuch schreibt Guérot mir eine Mail: »Ich bin tatsächlich – und habe kein Problem damit, das zuzugeben – eher originell oder ›geistreich‹ als sorgfältig (kann man beides sein?)«."

8. Juni 2022

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Fachkollegen rügen die Soziologin. Koppetschs Plagiate (Patrick Bahners) "Die DGS betrachtet den Fall soziologisch, mit Blick auf die demoralisierenden Wirkungen abweichenden Verhaltens, indem sie feststellt, dass Studierende 'bei vergleichbarem Verhalten Gefahr laufen, ihren Prüfungsanspruch zu verlieren', und dass prekär beschäftigte jüngere Forscher eine Nichtsanktionierung 'großflächiger Enteignung fremden geistigen Eigentums' als Hohn empfinden müssten. An die Universität richtet die DGS die Aufforderung, 'die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen'."

7. Juni 2022

  • Cicero Online: Zu viel Lob für ein schlechtes Buch. Plagiate bei Diana Kinnert (Jochen Zenthöfer) "Der Verlag Hoffmann und Campe nimmt das Buch 'Die neue Einsamkeit', 2021 von Diana Kinnert publiziert, aus dem Verkauf. Grund sind Plagiate, die die Experten Stefan Weber und Martin Jaksch gefunden haben. Zuerst hatte Heike Schmoll in der FAZ berichtet. Die dokumentierten Plagiatsfragmente sind zahlreich und finden sich auf 201 der 444 Seiten des Buches."
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Die Worte bleiben aktuell. Plagiatsfall Guérot [€] (Markus Linden) "Nachdem im Bestseller 'Wer schweigt, stimmt zu' der Bonner Professorin Ulrike Guérot Plagiate aufgefallen sind, die der Verlag als 'Flüchtigkeitsfehler' abtut, gibt die Beschäftigung mit einer anderen Publikation der Politikwissenschaftlerin Aufschluss über das Methodische ihres Vorgehens. Ihr Buch 'Warum Europa eine Republik werden muss! Eine politische Utopie' erschien im Jahr 2016 im Dietz-Verlag, wurde anschließend bei Piper als Taschenbuch aufgelegt, in das Programm der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung aufgenommen sowie in mehrere Sprachen übersetzt. Es enthält, trotz eines Fuß- beziehungsweise Endnotenapparats, Plagiate aller Art – und fand sich ebenfalls auf Bestsellerlisten."

3. Juni 2022

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Wie Ulrike Guérot die Wirklichkeit verdreht. Plagiate in ihrem Bestseller [€] (Markus Linden) "Hier paraphrasiert Guérot den Klappentext von Watzlawicks Buch. Für sich genommen, ist das kein Diebstahl, aber erfahrene Dozenten wissen, dass darauf in studentischen Hausarbeiten bisweilen noch andere Stellen folgen – bis hin zum Plagiat. Genauso verhält es sich bei Guérot, deren Abschreiberei im Folgenden großflächig ausfällt. [...] Der Westend-Verlag, mit diesen Funden konfrontiert, spricht von 'Flüchtigkeitsfehlern' und kündigt an, die Stellen in der elektronischen Ausgabe und in der nächsten Druckausgabe als Zitate auszuweisen. Nach Ansicht des Verlags soll 'keine absichtliche Aneignung fremder Gedanken' vorliegen, weil Garcés und Watzlawick an anderen Stellen im Buch genannt werden. Das ist allerdings für Plagiate durchaus typisch. Auch die Umformulierungen in den Übernahmen aus Watzlawick sprechen gegen ein Versehen."
  • Deutsche Gesellschaft für Soziologie: Stellungnahme zum Plagiatsfall Koppetsch "In Anbetracht der auch in den Medien bereits berichteten wiederholten Plagiatsvorwürfe gegen die Darmstädter Soziologin Prof. Dr. Cornelia Koppetsch sieht sich der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) zu folgender Stellungnahme veranlasst: [...] Die Tatsache, dass im aktuellen Fall eine Kollegin offenkundig zum wiederholten Mal in ihren wissenschaftlichen Publikationen in erheblichem Umfang plagiiert hat, ist geeignet das Vertrauen in die wissenschaftliche Dignität unseres Faches zu untergraben und muss daher auf das Schärfste verurteilt werden. [...] Wir sehen uns aber auch in der Verantwortung für die vielen jüngeren, nahezu immer in prekären Beschäftigungsverhältnissen tätigen Kolleginnen und Kollegen, denen es kaum zu vermitteln sein dürfte, wenn sich verbeamtete Professorinnen oder Professoren ihres Faches ihrer wissenschaftlichen Publikationsaufgaben durch großflächige Enteignung fremden geistigen Eigentums entledigen. Das kann und darf weder das Fach noch die Wissenschaft insgesamt tolerieren. Das Skandalöse dieses Vorgangs, gerade in seiner unbeirrten Wiederholung, ruft indes auch die Frage auf, welchen Beitrag die strukturelle Unterfinanzierung des Wissenschaftssystems und der damit einhergehende Zwang zu Drittmittelakquise samt Publikationsdruck daran hat, dass wir mit solchen Fällen wissenschaftlichen Fehlverhaltens in jüngere Zeit und nicht allein in der Soziologie immer häufiger zu tun haben."

1. Juni 2022

  • STERN.de: Abgekupferte Bücher und Titel sind nicht nur peinlich. Sie schaden [€] (Kerstin Herrnkind) "Nun ist die CDU-Politikerin Diana Kinnert, 31, erwischt worden. [...] 'Ich habe das nicht vorsätzlich getan', behauptet sie. Klingt wenig glaubwürdig. Wer einigermaßen bei Sinnen ist, weiß, was er selbst formuliert hat. Wer studiert hat, so wie Kinnert (Politikwissenschaft und Philosophie), lernt im ersten Semester, wie man Exzerpte anlegt und was ein Plagiat ist."
  • Neue Zürcher Zeitung: Bei der Ahndung von wissenschaftlichem Fehlverhalten denken Universitäten vor allem an ihren Ruf (Martin Angler) "Genaue Zahlen über die Fehltritte, wie jene aus den Niederlanden, sind ohnehin die Ausnahme, denn Integritätsvergehen werden nicht zentral erfasst. 'Die Hochschulen entscheiden selbst, ob und welche Verfahren sie offenlegen', sagt die Juristin Aebi-Müller. In der Regel liege es nicht im Interesse der Hochschulen, die Fehler breitzutreten. Zu gross sei die Furcht vor einem bleibenden Imageschaden."

25. Mai 2022

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Dreifacher Mord fürs Ego. Prozess gegen falsche Ärztin (Sarah Obertreis) "Für den anderen Doktor hat sie 2007 eine Arbeit in Biologie geschrieben, ihrem Hauptstudienfach. Titel: 'Identifizierung und Optimierung von Biomarkern der Karzinogenese des duktalen Pankreaskarzinoms, des Kolonkarzinoms und des Prostatakarzinoms'. [...] Wegen zahlreicher Plagiate hat die Universität Kassel ihr den Doktortitel Anfang 2021 entzogen."

18. Mai 2022

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Für eine politische Karriere ist die Promotion sinnlos“. Doktorarbeiten von Politikern [€] (Heike Schmoll) "Die Öffentlichkeit ist der Plagiatsgeschichten längst überdrüssig. Denn diese folgen inzwischen einem festen Drehbuch. [...] Je nach Schwere der Vorwürfe spricht der zuständige Regierungschef dem in die Bredouille Gebrachten dann sein 'vollstes Vertrauen' aus, was Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bisher unterließ. Spätestens wenn dieser Satz fällt, kann sich der so Versicherte auf seinen baldigen Rückzug gefasst machen. Das haben die Fälle von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Annette Schavan (CDU) oder Franziska Giffey (SPD) gezeigt. Die Verwaltungsgerichte sind mit der Versicherung, nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet zu haben, nicht sonderlich zu beeindrucken, wie die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin im Plagiatsverfahren gegen den CDU-Politiker Frank Steffel im Jahr 2020 gezeigt hat."

10. Mai 2022

  • hessenschau.de: Falscher Doktortitel: Früherer AWO-Chef Richter verurteilt (Volker Siefert (hr), hessenschau.de, dpa/lhe) "Der Verteidiger, der einen Freispruch gefordert hatte, kündigte die Berufung vor dem Landgericht an. Er hatte unter anderem von der 'Skandalisierung meines Mandanten und seiner Familie' gesprochen und die Anklage als 'originelle Idee von Journalisten' bezeichnet. Richter zeige seine Doktorarbeit niemandem, weil sich sonst Plagiatsjäger auf der Suche nach dem nächsten Skandal darauf stürzen würden."
  • nytimes.com: Her Novel Was Pulled for Plagiarism. Her Explanation Was, Too. (Daniel Victor) "An online essay in which the writer Jumi Bello explained copying others’ work for her novel was itself removed after further plagiarism was found."

9. Mai 2022

  • Süddeutsche Zeitung: Wenn die Fußnote nach drei Absätzen kommt (Viktoria Spinrad) "'Verspätet und verhuscht' würden indirekte Belege angegeben, sodass der unmittelbare Bezug zur Quelle nicht mehr erkennbar sei, sagt Bernhard Stahl, Professor für Internationale Politik an der Universität Passau. Was man im Einzelfall noch als Schludrigkeit werten möge. Noch gravierender wiegt aus seiner Sicht Hubers Umgang mit Originalquellen. [...] 'Wörtliche Zitate als indirekte zu kennzeichnen, reicht nicht und erfüllt allein den Tatbestand des Plagiats', sagt Stahl. Wenn verspätete Belege und nicht als solche gekennzeichnete wörtliche Zitate regelmäßig zusammenfielen, 'muss man aber von Plagiarismus ausgehen', so Stahl."
  • BR24: Plagiatsvorwürfe gegen CSU-General: Warum Huber hoffen kann (Petr Jerabek, Greta Prünster, Johannes Reichart) "Die LMU verweist in ihrer Stellungnahme auf die im Jahr 2007 gültige Promotionsordnung: Demnach sei eine 'nachträgliche Feststellung des Nichtbestehens der Doktorprüfung im Falle einer Täuschung, in deren Folge der Doktorgrad entzogen wird, nur fünf Jahre nach Erteilung des Bescheids möglich'. Dennoch werde der zuständige Promotionsausschuss die wissenschaftliche Qualität der Arbeit nun erneut prüfen und dem Täuschungsvorwurf nachgehen. Die Dauer dieser Prüfung sei momentan noch nicht absehbar. 'Ein möglichst zügiger Abschluss wird angestrebt', hieß es weiter."

8. Mai 2022

  • BR24: Barley zu CSU-Affären: "Mich wundert, was in Bayern geht" (Tobias Bönte) "Bei den heute von der 'Bild am Sonntag' aufgebrachten Plagiatsvorwürfe gegen den neuen CSU-Generalsekretärs Martin Huber wegen seiner Dissertation werde sie 'ein bisschen sauer', erkläre Barley. Denn durch die Plagiatsaffären stünden alle Doktorarbeiten von Politikerinnen und Politikern in einem schlechten Licht. [...] Gerade deshalb wünschte sie [sic] Barley von den Plagiatsjägern, dass diese nicht nur die mangelhaften Arbeiten veröffentlichen, sondern auch solche, bei denen sie keine Mängel gefunden haben. 'Ich bin sicher, meine Doktorarbeit ist hundertmal überprüft worden, aber meinen Sie, die würden mal sagen: Haben wir geprüft ist in Ordnung', so die SPD-Politikerin. Wenn die Relation der vielen, die es anständig machen, zu den wenigen, die es nicht anständig machen, sichtbar würde, würde dies zu einem besseren Image der Politik führen, zeigte sich Barley überzeugt.
  • Handelsblatt: Plagiatsvorwürfe: Neuer CSU-General Huber lässt Dissertation prüfen (dpa) "Zenthöfer, der auch als Wissenschaftsjournalist arbeitet, hat die Arbeit eigenen Angaben zufolge bislang noch nicht systematisch Seite für Seite überprüft. [...] Die Dissertation nahm sich Zenthöfer eigenen Angaben zufolge nicht erst nach Hubers Vorstellung vor. Er habe sich im Rahmen einer Recherche für ein Buch, das Ende Mai erscheint, die Arbeiten mehrerer Politiker – darunter die Dissertation Hubers – angeschaut und sei dann aktiv geworden."
  • Süddeutsche Zeitung: Spätestens jetzt hat die CSU ein fettes Problem. Martin Huber unter Plagiatsverdacht (Andreas Glas) "Martin Huber hat die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) bereits gebeten, seine Dissertation zu prüfen. Das allerdings kann Monate dauern. Bis dahin wird der Verdacht wabern, dass der neue Generalsekretär, der als integer gilt, vielleicht doch nicht so 'seriös' ist wie Markus Söder ihn gepriesen hat."
  • DER SPIEGEL: Plagiatsvorwürfe gegen neuen CSU-Generalsekretär. 25 Zitate angeblich ohne oder mit falscher Quellenangabe "Laut Zenthöfer finden sich bereits auf den ersten 26 Seiten von Hubers Dissertation (»Der Einfluss der CSU auf die Westpolitik der Bundesrepublik Deutschland von 1954 bis 1969 im Hinblick auf die Beziehungen zu Frankreich und den USA«) aus dem Jahr 2008 insgesamt 25 Zitate ohne oder mit falscher Quellenangabe. [...] Neben Textstellen, deren Herkunft überhaupt nicht angegeben sei, greife Huber in der Arbeit immer wieder zu der Methode, nach längeren abgeschriebenen Passagen lediglich einzelne Sätze als Zitat kenntlich zu machen. [...] Huber selbst erklärte gegenüber »BamS«: »Meine Doktorarbeit wurde von mir nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. [...] Dennoch bitte ich aus Gründen der Transparenz die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Arbeit erneut zu überprüfen.«"

6. April 2022

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Plagiatsfall Wolfrum. Irgendwas aus Medien [€] (Jochen Zenthöfer) "Der Verlag Klett-Cotta hat das Buch 'Der Aufsteiger – Eine Geschichte Deutschlands von 1990 bis heute' des Heidelberger Zeithistorikers Edgar Wolfrum vorsorglich vorerst vom Markt genommen. Wie der Verlag dieser Zeitung mitteilte, wird die sorgfältige Prüfung der Plagiatsvorwürfe, über die zuerst hier und dann auch in der 'Süddeutschen Zeitung' berichtet wurde, noch einige Zeit in Anspruch nehmen. [...] Auch im Buch 'Welt im Zwiespalt – Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts' (Klett-Cotta 2017) hat Wolfrum nicht alle Übernahmen kenntlich gemacht. So bediente er sich bei Hans-Heinrich Nolte in dessen 2009 erschienener 'Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts'. Der Emeritus der Universität Hannover sagte der F.A.Z.: 'Die Zahl gleicher Sätze zwischen Herrn Wolfrums und meinem Buch ist wirklich überraschend groß und lässt tatsächlich die Annahme zu, dass er abgeschrieben, also mich zitiert hat, ohne die Zitate als solche zu kennzeichnen. Ich muss gestehen, dass mich das sehr enttäuscht.'"

29. März 2022

  • Cicero: Gazprom: Blick in die Röhre [€] (Thomas Urban) "Russlands Präsident Putin hat offenkundig sehr genau studiert, dass der Verlust der Kontrolle über den Rohstoffexport Anteil am Zerfall des Sowjetimperiums hatte. Wie sehr ihn das Thema umtreibt, belegt seine vermutlich nicht von ihm selbst verfasste Doktorarbeit, deren zentrales Kapitel dreist aus der russischen Übersetzung einer amerikanischen Studie plagiiert wurde: 'Die strategische Planung der Wiederherstellung der Mineralrohstoffbasis'. Passagen des Textes haben westliche Experten als Anleitung für die politische Erpressung von Nachbarstaaten gelesen, die von russischen Rohstoffen abhängig sind."

16. März 2022

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Wer betrügen will, der wird betrügen“. Plagiatsfall Uni Heidelberg (Jochen Zenthöfer) "Der Heidelberger Zeithistoriker Edgar Wolfrum hat in seinem neuesten Buch bei Kollegen und Journalisten abgeschrieben. Eine universitäre Kommission ermittelte – aber nur zu einem Teil der Plagiate. [...] Die Kommission zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und zum Umgang mit Fehlverhalten in der Wissenschaft der Heidelberger Universität verhandelte über ungekennzeichnete Übernahmen in seinem Buch 'Der Aufsteiger. Eine Geschichte Deutschlands von 1990 bis heute' das 2020 bei Klett-Cotta erschienen ist. Gegenüber dieser Zeitung erklärte Wolfrum, er sei hohen wissenschaftlichen Standards verpflichtet und bemühe sich stets, 'wie es mir als Mensch möglich ist, Fehler zu vermeiden'. [...] Nach Recherchen der F.A.Z. gibt es in dem Buch mehr als dreißig ungekennzeichnete Übernahmen von Dritten und damit viel mehr, als nichtöffentlich in der Universität verhandelt wurden. [...] [Die Münchner Historikerin Marie-Janine Calic] möchte diese 'grobe Verletzung der Grundregeln wissenschaftlichen Arbeitens' nicht hinnehmen. 'Solches Fehlverhalten, zumal vonseiten der Professorenschaft, erschüttert die Glaubwürdigkeit der Universitäten im Kern. Ich erwarte, dass der Verlag umgehend Konsequenzen zieht.'"

12. Januar 2022

  • derStandard: Ein Jahr nach Aschbachers Rücktritt: TU Bratislava noch ohne Prüfergebnis zu Doktorarbeit (Theo Anders) "Die TU Bratislava hat nach Bekanntwerden der Vorwürfe vor einem Jahr umgehend angekündigt, die Causa zu untersuchen. Im Sommer wurde dem STANDARD von der Uni mitgeteilt, dass man eine neunköpfige Sonderkommission eingerichtet habe, um den Fall zu prüfen. [...] Im September hieß es dann, die Uni erwarte die externen Gutachten im November 2021. Erfüllt wurde diese Erwartung offenbar nicht, denn nun schreibt die slowakische Hochschule auf Nachfrage, dass ihr die externen gutachterlichen Ergebnisse immer noch nicht vorlägen. Daher könne man auch vorerst keine Schlüsse in dem Fall ziehen. [...] Aufgrund der laschen slowakischen Rechtslage bei Abgabe der Arbeit 2020 dürfte übrigens unabhängig vom inhaltlichen Ergebnis des Verfahrens keine Aberkennung des Doktortitels drohen."
  • DER SPIEGEL: TU Darmstadt zieht Konsequenzen im Fall Koppetsch (fok) "Mehr als zwei Jahre nach den Plagiatsvorwürfen gegen die Soziologin Cornelia Koppetsch hat die TU Darmstadt Konsequenzen gezogen. Welche das sind, verschweigt die Uni. [...] Aus 'dienstrechtlichen Gründen' könne man sich nicht zur Art der Maßnahme äußern, teilte die Hochschulsprecherin mit. Koppetsch lehre und forsche weiter an der TU als ordentliche Professorin am Institut für Soziologie."

11. Januar 2022

  • Forschung & Lehre: Disziplinar-Maßnahme gegen Cornelia Koppetsch (dpa) "'Die Entscheidung im Rahmen des Disziplinarverfahrens ist mittlerweile rechtskräftig, und die Disziplinarmaßnahme wurde vollzogen', teilte eine Sprecherin der Hochschule am Dienstag auf Anfrage mit."
  • derStandard: Wie viel Substanz hinter dem Plagiatsvorwurf gegen Raab steckt (Gerald John) "Man kommentiere 'abstruse Konstruktionen von selbsternannten Plagiatsjägern nicht', hieß es aus dem Büro der Ressortchefin: 'Jeder, der sich seriös mit Wissenschaft beschäftigt, wird zu dem Schluss kommen, dass die Behauptungen an den Haaren herbeigezogen sind.' [...] Wer in die im Fach Psychologie geschriebene Diplomarbeit zum Thema 'Einstellungsstrukturen und Lebensbedeutungen ehrenamtlicher Mitarbeiter' hineinliest, gewinnt einen gegenteiligen Eindruck: Augenscheinlich hat Raab manche Passagen schlicht und einfach abgeschrieben, ohne – wie von den Zitierregeln geboten – die Quelle auszuweisen. Immer wieder finden sich über mehrere Sätze hinweg Formulierungen, die fast oder ganz wortgleich in früher erschienenen Werken auftauchen. Mitunter hat Raab dabei auch die Quellenverweise mitübernommen, sodass es so wirkt, als hätte sie selbst Literaturarbeit geleistet."

3. Januar 2022

  • Stuttgarter Zeitung, S. 1 / Stuttgart; Lokales | Stadtausgabe: Wie die Unis schwarze Schafe überführen [€] (Jürgen Brand) "Franziska Giffey 2021, Annette Schavan 2013, Karl-Theodor zu Guttenberg 2011 – die Liste von Plagiatsvorwürfen gegenüber prominenten Politikern ist lang. Manchen ist ihr Doktortitel aberkannt worden, andere durften ihn behalten, immer mussten sich auch die betroffenen Universitäten mit den tatsächlichen oder vermeintlichen Fälschungen beschäftigen. Der Wissenschaftsbetrieb wurde dadurch sensibilisiert, und auch die Stuttgarter Universitäten setzen sich kontinuierlich mit dem hochkomplexen Thema auseinander. [...] Beispiel Uni Hohenheim: Dort gibt es drei Ombudspersonen, an die sich Unimitglieder wenden können, wenn Vorwürfe von wissenschaftlichem Fehlverhalten im Raum stehen. Solche Ombudspersonen sind seit 2014 im Landeshochschulgesetz in Baden-Württemberg verankert. Diese Ansprechpersonen versuchen, den Fall aufzuklären und zwischen den Parteien zu vermitteln. Erhärtet sich der Eindruck, dass es sich beispielsweise um einen Plagiatsfall handeln könnte, kommt die nächste Instanz ins Spiel, die Kommission für die Selbstkontrolle der Wissenschaft. „An der Universität Hohenheim gab es zumindest seit 2013 - seitdem ich Vorsitzender der Kommission bin - bei den Forschenden keinen Fall von Plagiatsverdacht, der bei der Kommission ankam“, sagt der Professor Ulrich Palm."